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Wie ich Namen festlege

Das Vergeben von Namen für die Figuren eines Romans ist mal planvoll, mal zufällig. Gestaltung © fieberherz.de
Model © sinn-stock // Textur + Collage © FIEBERHERZ

Bei keinem anderen Projekt, sei es eine andere Romanidee oder eine Kurzgeschichte, habe ich so lange für das Festlegen der Namen weniger Figuren gebraucht wie bei meinem Romanerstling.
Woran kann das liegen?, habe ich mich gefragt. Zum einen sicherlich an so banalen Dingen wie Stress, Ablenkung, Unkonzentriertheit (hallo Uni-Prüfungen!). Aber auch eine gewissen Unentschlossenheit besonders anfangs hinsichtlich des Wann und Wo des gesamten Romans und der neuen, stringenteren Herangehensweise an das Projekt (= nicht warten auf Inspiration, sondern geplant hinsetzen und erabeiten).

Entscheidende Kriterien für die Namenswahl gibt es sicherlich einige und einige davon sind auch durchaus Ansichtssache. Dennoch will ich hier einmal meine persönlichen Eckpunkte auflisten, nach denen ich bislang arbeite und so auch bei diesem Projekt. Kritik und/oder Ergänzungen sind natürlich gerne gesehen, das habe ich mir ja nur selber so zurecht gelegt :)

Statt Papier, Schere und Kleber – Tumblr.

Um Inspiration jeglicher Art zu sammeln und sie auf sich wirken lassen zu können bedarf es einer gewissen Art der Organisation. Das kann ein Kasten sein, in dem wild Schnipsel herumfliegen, oder eine Pinnwand. Oder auch ein Sammelalbum. Und letzteres gibt es ja seit einigen Jahren in digital, mit der Möglichkeit, die äußere Gestalt zu beeinflussen - nämlich Tumblr.



Mein TUMBLR (lichtnacht.tumblr.com) als 'mood board' zum Romanprojekt BIRDKIN // fieberherz.blogspot.de

Es ist verführerisch einfach, dort zu sammeln, was gefällt. Viel zu viel Zeit habe ich deswegen schon in den Weiten Tumblrs verbracht, dafür aber auch jede Menge Input erhalten. Es fällt mir persönlich einfach leichter, so eine digitale Sammlung anzulegen. Händische Sammelalben oder gar Scrapbooking (als kreative Variante) finde ich zwar toll, bin dafür aber eindeutig zu ungeduldig und zu ungeschickt (eine furchtbare Kombination bei Perfektionismus!).

Für das Romanprojekt sammle ich bereits länger auf LICHTNACHT (erster Screenshot). Schwerpunkt liegt hierbei eindeutig bei den Charakteren und Charakterentwicklung, der Figuren Bewusstsein und auch Unbewusstsein. Dieser Tumblr ist defintiv das Herzstück aller "Recherche" bislang. Hier steckt soviel Zeit und soviele Gedanken und Gefühle drin. Der Tag, an dem ich diese Sammlung verlöre, wäre ein furchtbarer. Denn die Charaktere, ihre Hintergründe, ihre Entwicklung, ihr Innenleben, sind mir ungemein wichtig und daher ebenso LICHTNACHT.




Mein TUMBLR (goldgrau.tumblr.com) als Inspiration für Kleidung, Technik und Architektur zum Romanprojekt BIRDKIN // fieberherz.blogspot.de



Seit wenigen Monaten existiert auch ein zweiter Tumblr, GOLDGRAU, wo ich mich mit dem Thema Clockpunk und Steampunk auseinandersetze. BIRDKIN wird zwar keinesfalls ein Clock- und/oder Steampunk-Roman, in bestimmten Punkten wird es aber dennoch Anleihen davon beinhalten. Die hier gezeigten Bilder sind, wie gesagt, einfach zur Inspiration da und sollten jetzt nicht als bezeichnend für den Roman an sich gesehen werden ;) 

Bislang komme ich sehr gut mit dieser Sammlung klar, besonders, weil ich sie in mein digitales Projekt-Album von Scrivener "hineinfiltere", d.h. nach nochmaligem Durchsehen der Sammlung gewisse Dinge extra herunterlade und bestimmten Themen zuordne - sozusagen als Quintessenz, ein Art "von Vielem zu Wenigem" (eine Methode, die ich sowieso liebe, auch wenn sie manchmal zum Verzögern des Wesentlichen verleitet). Das wäre mit einem Sammelalbum in Papierform nur bedingt möglich bzw. würde aufwändiges Scannen/Kopieren erfordern.
Warum sollte ich bloggen, wenn das Ende ungewiss ist?

Warum sollte ich bloggen, wenn das Ende ungewiss ist?

Das erste Kapitel beginnen. Foto © fieberherz.de

Die Frage im Posttitel habe ich mir sehr oft gestellt, bevor ich diesen Blog anlegte. Ein guter Freund, der ebenfalls gerne und gut schreibt, fand zudem, dass ein Blog über das Romanprojekt den Druck beim Schreiben nur unnötig verstärken würde.
Auf der anderen Seite habe ich gemerkt, dass der Wunsch, eines Tages einen Roman fertigzustellen, ungeachtet irgendsolcher Träume wie "Veröffentlichung", "Erfolg am Buchmarkt" (denn beides ist nicht Ziel, sondern die Fertigstellung an sich ist es), einfach nur schlimmer, dringlicher, quälender wird, wenn ich mich nicht systematischer als zuvor mit dem Handwerk des Schreibens auseinandersetze. 

Also ist dies hier ein Projekt in zweifacher Hinsicht: Das Projekt "Buch schreiben" an sich, und das Projekt "Über den Prozess per Blog reflektieren". Da ich jedoch studiere, arbeite und bereits auf VIOLETS blogge, wird es hier nicht jede Woche Updates geben. Aber dennoch möchte ich mich bemühen, einigermaßen regelmäßig Rückmeldung zu geben zu den verschiedensten Themen rund um das Projekt :) Vorrangig dabei an natürlich "Rückmeldung an mich selber", als eine Möglichkeit, den Prozess zu dokumentieren. Autorenblogs sind allgemein kein Publikumsrenner und solche von unbekannten Schreiberlingen wie mir ohnehin nicht. Dennoch freue ich mich über jeden Kommentar (ich würde lügen, wenn ich anderes behauptete - es realistisch zu betrachten schließt ja kleine Freuden nicht aus...) :) Wie ich es auch schon bei VIOLETS halte, wird auch jeder Kommentar beantwortet.

Alle weiteren Links im Menü werden allmählich aktualisiert, also bitte verzeiht, wenn das alles noch etwas roh ist. Das Layout an sich bleibt so simpel, ja... Es soll hier nicht um Optik gehen, sondern um Inhalt! Und wer mich nur ein bisschen kennt und vor dem Hintergrund, dass ich Design studiere, der kann sich denken, wie schwer mir eine optische Reduzierung fiel. Aber wie soll ich mich fühlen, wenn ich 3000 Stunden in die Gestaltung stecke, aber keine Zeile geschrieben habe für das Buch...?
 

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