SLIDER

"Was ist typisch für deine Charaktere?"

Montagsfrage für Autoren von Schreibwahnsinn, nach einem Konzept von Paperthin.


Und da war die Woche schon vorbei... Momentan hält mich mein Orientierungspraktikum an der Berufsschule auf Trab, macht Spaß, aber schluckt (wie immer bei solchen Dingen) auch Zeit und geistige Leistungsfähigkeit. Ich hoffe, das bessert sich – der Blog soll ja nicht nur aus Montagsfragen bestehen (auch wenn die Spaß machen) ;) Jetzt aber zur Antwort...
So ad hoc hätte ich die Frage gar nicht beantworten können und musste jetzt schon ein bisschen nachdenken über die Charaktere diverser Projekte (Romanideen, Kurzgeschichten, Rollenspiele...). Gerne würde ich ja sagen, dass ich von total unterschiedlichen Menschen schreibe, aber nun ja – das ist aber nicht der Fall, unwillkürlich habe ich da wohl doch Vorlieben. Ich habe mir Notizen zu allen wichtigen Protagonisten und Antagonisten der letzten Jahre gemacht und die häufigsten Schnittstellen notiert.
Der durchschnittliche Protagonist...
  • ... tut sich damit schwer, Zuneigung (Freundschaft, Liebe) zu akzeptieren aus Angst, verletzt zu werden.
  • ... hat starke Probleme mit einem Elternteil.
  • ... neigt zu Grübeleien.
  • ... zieht sich gerne zurück.
  • ... kommt mit Veränderungen nicht gut klar.
  • ... leidet an psychischer Störung.

Der durchschnittliche Antagonist...
  • ... flirtet und verführt gerne.
  • ... hat aus seiner Sicht triftige Gründe, etwas zu tun, das als "böse" bezeichnet wird.
  • ... ist Liebhaber schöner Künste.
  • ... fühlt sich von nahe stehenden Personen vernachlässigt/verkannt/abgewiesen.
  • ... leidet an psychischer Störung.

Diese Eigenschaften traten natürlich nicht zwingend in Kombination wie aufgelistet auf, es können u.U. auch nur ein, zwei Punkte aus der Liste kombiniert vorzufinden sein! Und fragt mich bitte nicht, warum es gerade diese Schnittstellen sind, darauf weiß ich ehrlich gesagt keine Antwort :)

Bezogen auf BIRDKIN ist die Einteilung Protagonist und Antagonist nicht sooo einfach. Wenn ich mir aber nun zumindest Erin Day als Protagonistin vorknöpfe, dann würde die obige Liste so aussehen (natürlich hat Erin noch andere Züge als bloß diese!):

  • ... tut sich damit schwer, menschliche Zuneigung (Freundschaft, Liebe) zu akzeptieren aus Angst, verletzt zu werden., weil ihr dies so von ihrem (nicht-menschlichen) Volk der Sereska so antrainiert worden ist.
  • ... hat starke Probleme unterkühltes Verhältnis mit einem Elternteil zu ihrem Vater (Mutter verstorben).
  • ... neigt zu Grübeleien. (Normalerweise nicht.)
  • ... zieht sich gerne zurück.
  • ... kommt mit Veränderungen nicht gut klar, weil sie Veränderungen braucht, um nicht als nicht-menschliches Wesen erkannt zu werden.
  • ... leidet an psychischer Störung.

Und von dem/den Antagonisten fange ich erst gar nicht an, da komme ich mir vor, als müsste ich einen "Endgegner" definieren und das wäre für BIRDKIN nicht passend. Mehr kann ich wie immer nicht verraten :p

Kommentare

  1. Hallihallo,

    Vorlieben hat wahrscheinlich jeder, vor allem unbewusst. Man denkt sich "Oh, der Charakter wird total neu und awesome und ich ganz anders, als alles, was ich bisher erschaffen habe", dabei ist der Neue eigentlich irgendwie eine Figur, die aus Abspaltungen anderer Figuren besteht, die in der aktuellen Geschichte nicht vorkommen.
    Obwohl ich sowas nicht schlimm finde. Man behandelt den Charakter ja dennoch anders, schon allein, weil der Name ein anderes Gefühl in einen selbst projeziert und sich dadurch das Schreibverhalten irgendwie verändert und er sich ganz eigen entwickelt.

    Ich hab da auch so meine Vorlieben, keiner is davon frei, schon allein, wenn man sich umsieht und irgendwann feststellt, dass der Kollege, der Bruder oder die Oma einen Charakterzug hat, den man unbewusst eingebaut hat, sei es, weil man es mag oder nicht so gerne hat.

    (Ich greif mal deine Formatierung auf, erst allgemein und dann aufs aktuelle Projekt ;)

    Mein Protagonist...
    ... ist verschüchtert und von verschiedenen Verhaltensweisen irritiert
    ... hat gerne mal einen Spruch auf den Lippen, den er/sie wahnsinnig lustig findet - alle anderen hüllen sich in peinliches Schweigen
    ... ist durch die Erziehung kaum in der Lage zu verstehen, was dem Gegenüber jetzt verletzt hat
    ... hat Probleme mit Vater/Mutter/Schwester/Bruder etc
    ... gerät unter Garantie mit einer Person aneinander

    Mein Antagonist...
    ... will um jeden Preis etwas zu seinen Gunsten verändern und über den Dingen stehen
    ... hat ein Problem mit Vater/Mutter/Schwester/Bruder etc
    ... ist durch die Erziehung so abgestumpft, dass Gefühle kaum/wenig eine Rolle spielen, außer hin und wieder aufkeimender Wut und Hass
    ... Macht
    ... gestörte Persönlichkeit

    Wenn ich das jetzt auf eine meiner Protagonisten/in Layra In'Halren beziehe...

    (FÄLLT WEG) ... ist verschüchtert und von verschiedenen Verhaltensweisen irritiert
    (FÄLLT WEG) ... hat gerne mal einen Spruch auf den Lippen, den er/sie wahnsinnig lustig findet - alle anderen hüllen sich in peinliches Schweigen
    ... ist durch die Erziehung kaum in der Lage zu verstehen, was dem Gegenüber jetzt verletzt hat
    (In ihrem Fall die Schwester) ... hat Probleme mit Vater/Mutter/Schwester/Bruder etc
    ... gerät unter Garantie mit einer Person aneinander

    Eine matriarchaische Erziehung macht es ihr vor allem in der aktuellen Geschichte schwer Männern respektvoll gegenüber zu treten. Sie hat aber auch noch andere Wesenzüge :D

    Der Antagonist ist in Layras Fall wirklich die böse Schwester Malicza

    Mein Antagonist...
    (FÄLLT WEG) ... will um jeden Preis etwas zu seinen Gunsten verändern und über den Dingen stehen
    (mit allen) ... hat ein Problem mit Vater/Mutter/Schwester/Bruder etc
    ... ist durch die Erziehung so abgestumpft, dass Gefühle kaum/wenig eine Rolle spielen, außer hin und wieder aufkeimender Wut und Hass
    ... Macht
    ... gestörte Persönlichkeit

    Ebenfalls matriarchaisch geprägt.

    Da ich ein Volk erschaffen habe, bediene ich mich dieser Züge sehr gerne, zumal ich mir in den Kopf gesetzt habe, zu jedem im Stammbaum eine Geschichte zu schreiben, sei sie auch noch so klein :,D
    Ich bin doch irre.

    Wie bistn du auf den Namen deiner Hauptfigur gekommen?

    Grüßle

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Verzeih bitte meine späte Antwort, aber habe momentan viel um die Ohren und ich wollte keine Antwort "hinkleckern", sondern mir gebührend Zeit nehmen :D Erst einmal DANKE für so einen tollen & langen Kommentar ♥

      Man denkt sich "Oh, der Charakter wird total neu und awesome und ich ganz anders, als alles, was ich bisher erschaffen habe", dabei ist der Neue eigentlich irgendwie eine Figur, die aus Abspaltungen anderer Figuren besteht, die in der aktuellen Geschichte nicht vorkommen.
      Jaaaa, das ist wohl doch so. Möchte fast sagen "leider", aber ach, was soll's. So lange es Spaß macht und die Charaktere sich "echt" anfühlen und auch die Geschichte authentisch führen!

      Man behandelt den Charakter ja dennoch anders, schon allein, weil der Name ein anderes Gefühl in einen selbst projeziert und sich dadurch das Schreibverhalten irgendwie verändert und er sich ganz eigen entwickelt.
      Das hast du aber schön geschrieben :) So würde ich das auch sehen, letztlich ist jeder doch auf seine Weise wieder anders. Die Schnittstellen so brutal untereinander aufzulisten, wie ich es in diesem Post gemacht habe, lässt es zwar nicht so aussehen, aber deswegen habe ich ja extra dazugeschrieben, dass ein Protagonist z.B. nur ein oder zwei dieser Punkte erfüllt. Da kommt doch eigentlich eine Menge an Dingen dazu, die einen Chara indvidualisieren.

      Deine Charaktere klingen sehr spannend :) Und hey, bei mir ist die (Zwillings-)Schwester auch Antagonistin, hehe :p

      Da ich ein Volk erschaffen habe, bediene ich mich dieser Züge sehr gerne, zumal ich mir in den Kopf gesetzt habe, zu jedem im Stammbaum eine Geschichte zu schreiben, sei sie auch noch so klein :,D
      Ich bin doch irre.

      Ersetzen wir "irre" doch lieber mit "detailverliebt", das klingt sonst so negativ :,/

      Wie bistn du auf den Namen deiner Hauptfigur gekommen?
      Haha, ihr kennt ja nur den einen :) Sereska haben in ihrem (langen) Leben mehrere Namen, aber nur einen einzigen (und eher intim verwendeten) Geburtsnamen. "Erin Day" ist einer dieser vielen Namen, von Erin auch selber quasi ausgesucht. Ihr richtiger Name ist relativ kompliziert, daher hat sie sich für einen einfachen entschieden :)
      Ausgesucht habe ich ihn persönlich, weil er einfach, aber schön klingt. Er hat keine wirkliche Bedeutung für Erin. Da es aber nur einer von vielen ist, war dies auch nicht wichtig :)

      Löschen
  2. Im Endeffekt wählt man vielleicht auch immer wieder Charaktere aus, die einem selbst in gewisser Weise ähneln oder auf die man sich auch als Autor irgendwie identifizieren kann. Dass es dort zu öfters auftauchenden Eigenschaften kommt, ist nicht verwunderlich.

    Nach der Beschreibung würde ich wohl eher ein Protagonist von dir sein. Ich weiß, das war gar nicht die Frage, aber es ist mir trotzdem aufgefallen. Die meisten Punkte haben eine auffällige Ähnlichkeit zu meiner Persönlichkeit. Nun gut, der Streit mit dem Elternteil ist seit mittlerweile über einem Jahr drastisch gesunken. Und auch die psychische Störung konnte (noch) nicht nachgewiesen werden. :P

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Verzeih meine späte Antwort :/ Bin gerade etwas im Stress, puh :p

      Im Endeffekt wählt man vielleicht auch immer wieder Charaktere aus, die einem selbst in gewisser Weise ähneln oder auf die man sich auch als Autor irgendwie identifizieren kann.
      Ja, so sehe ich das auch! Ähnlich sind die meisten Protas mir aber nur in der Hinsicht, dass viele von ihnen irgendwie kleine "Grübler" sind. Ich könnte nichts längeres aus der Sicht von jemandem schreiben, dem alles irgendwie am A***h vorbeigeht...

      Dass es dort zu öfters auftauchenden Eigenschaften kommt, ist nicht verwunderlich.
      Eine wirklich Überraschung ist das nicht, ja :) Aber mich persönlich überraschten dann doch 1-2 Überschneidungen! Hatte ich selbst so nicht auf dem Schirm. Frage mich bislang z.B. immer noch, wieso es häufig Probleme mit den Eltern gibt/gab O.o

      Nach der Beschreibung würde ich wohl eher ein Protagonist von dir sein. Ich weiß, das war gar nicht die Frage, aber es ist mir trotzdem aufgefallen.
      Gut, dann wärest du der für den Durchschnitt ermittelte Protagonist, denn dies sind ja nur Schnittpunkte/Überschneidungen in der Liste da oben ;) Alles auf einem Haufen ist bislang nicht aufgetreten - so wie ja bei dir dann auch :) Ich finde es aber irgendwie schön zu lesen - danke, dass du das geschrieben hast! Mir sagt das nämlich, dass ich vielleicht nicht zu abgedrehte Charaktere aufbaue und dass es sie teilweise quasi wirklich geben könnte. Denn mal ganz ehrlich - zu crazy, zu abgedreht, damit kann man sich dann als Leser nicht identifizieren. Und so ein Buch mag man dann auch nicht lesen!

      Löschen


IMPRESSUMHAFTUNGDATENSCHUTZKONTAKT
© F I E B E R H E R Z • Theme by Maira G.