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Ist das hier nur Aufschieben?

Zeit gibt es immer wenig. Muss man sie aber immer nur anfüllen mit dem absolut Notwendigen? Foto © fieberherz.de

Vor ein paar Tagen erreichte mich eine Leser-E-Mail, die zwar sehr positiv und freundlich verfasst war, aber mich dennoch stutzig machte. Denn obwohl ich sehr schönes Feedback zum Blog bekam, las ich zwischen den Zeilen soviel wie "Der Blog ist ja schon so was wie ein Aufschieben des Arbeitens am Roman". Auch wenn der Leser und ich uns bereits kurz dazu geschrieben haben, würde ich aber das Thema gerne in diesem Blogpost aufgreifen.

Aufschieben
oder auch Prokrastination ist in einer Gesellschaft, in der es überall an Zeit zu fehlen scheint, kein positives Attribut. Ich zitiere dazu mal Wikipedia:

Aufschieben, auch Prokrastination (lateinisch procrastinatio ‚Vertagung‘, Zusammensetzung aus pro ‚für‘ und cras ‚mor- gen‘), Erledigungsblockade, Aufschiebeverhalten, Erregungsaufschiebung, Handlungsaufschub oder Bummelei, ist das Verhalten, als notwendig, aber unangenehm empfundene Arbeiten immer wieder zu verschieben, anstatt sie zu erledigen. Aufschieben gilt als schlechte Arbeitsgewohnheit. Drei Kriterien müssen erfüllt sein, damit ein Verhalten als Prokrastination eingestuft werden kann: Kontraproduktivität, mangelnde Notwendigkeit und Verzögerung.
Fällt dieser Blog also unter dem "Tatbestand" der Prokrastination? Statt Zeit in Blogdesign und -posts zu stecken, könnte ich ja für den Roman recherchieren, vor allem aber konkret daran schreiben.

Dieser Gedanke ist mir nicht neu, er begleitet mich seit der Geburtsstunde von FIEBERHERZ. Und erschien mir lange Zeit als Totschlag-Argument gegen diesen Blog. In einem mutigen, sicherlich nicht komplett rationalen Moment richtete ich letztes Jahr dennoch diese Seite ein. "Vorrangig", schrieb ich im ersten Post, "[als] 'Rückmeldung an mich selber', als eine Möglichkeit, den Prozess zu dokumentieren". Dabei merkte ich rasch, dass dieses Vorhaben nicht umsetzbar sein würde, wenn ich weiterhin woanders blogge. Also hing ich IRGENDSCHÖN und VIOLETS an den Nagel, obwohl ich mit den Blogs gar nicht wenig erfolgreich war.

Und was ist denn nun für mich soweit dabei herumgekommen, außer, dass die in den Blog investierte Zeit nicht in den Roman gesteckt wurde und wird? Ein paar verdammt positive Dinge:


  • Mein großes Hobby, das Bloggen, bleibt ein Teil meines Lebens. Nur am Roman arbeiten mag zwar superultraprofessionell erscheinen, aber ich bin ja auch kein Profi. Nur ein Hobby ist mir zu fad, so toll es auch sein mag.
  • Die "ordentliche, auf das Wesentliche reduzierte Reflexion" in Blogform zwingt mich im positiven Sinne zum stetigen Nachdenken über das Handwerk des Schreibens.
  • Mein Vermögen, eigene Fehler und auch Stärken beim Schreiben zu analysieren, hat sich enorm weiterentwickelt. Das resultiert insbesondere aus dem Reflektieren und Austausch mit anderen.
  • Rückmeldung und Austausch von und mit Lesern und Autoren ist einfach ein Gewinn in vielerlei Hinsicht. Punkt.


Ja, ich gebe zu: Manches Mal fällt es mir aufgrund der jahrelangen Übung leichter, einen Blogpost zu verfassen, als mich zum Schreiben zu zwingen. Aber die positiven Aspekte überwiegen für mich, daher sehe ich nicht ein, den Begriff der Prokrastination hier gelten zu lassen. Dazu ist er mir auch zu negativ belastet und will somit nicht so recht passen zu so etwas Positivem wie diesem Blog. Und ist außerdem für mich ungefähr so krass, als würde man behaupten, dass Zeit mit Freunden zu verbringen automatisch bedeute, sein Studium oder Beruf nicht ernst zu nehmen. Stattdessen sehe ich das alles hier als Spielplatz, den ich besuche, wenn ich gerade keine Hausaufgaben machen möchte/kann. Macht das nicht jeder so? Zerstreuung suchen – und finden? Ich sehe darin wenig Schlechtes. Die Balance spielt da eine große Rolle, wie bei so ziemlich allen Dingen im Leben (leider gehört Schokoladenkonsum auch dazu) :)

Kommentare

  1. Ich denke, dass Bloggen die ideale Ergänzung sein kann! Denn wenn es im Roman gerade nicht so läuft, schreibt man trotzdem. Das ist eine gute Übung, schult das Auge und den eigenen Umgang mit Sprache. Außerdem erhält man Feedback und Austausch. Also in meinen Augen keine 'verlorene' Zeit :)

    Liebe Grüße
    Alexandra

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    1. Danke für deinen Zuspruch, Alexandra ♥ Ja, Ergänzung ist passend, finde ich auch :) Und eben eine gute Ergänzung, weil es ja letztlich bei diesem Blog um den Roman und das Schreiben an sich geht, was ja dem Projekt nicht schaden kann. Das Symptom der "Kontraproduktivität" erfüllt sich hier daher schon mal nicht :)

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  2. Hey Steffi,
    diese Meinung deines Lesers kann ich absolut nicht nachvollziehen! Meiner Meinung nach darf jeder, der hart arbeitet, auch hart prokrastinieren. Zumal es auch dazu dient, seine Batterien wieder aufzuladen. Wenn du jetzt "nur" prokrastinieren würdest, wäre das vielleicht suboptimal, aber selbst DAS wäre deine ganz alleinige Sache und kann vom Leser nicht kritisiert werden. Ich finde außerdem, dass Bloggen eine wundervolle Ergänzung zur Arbeit am Roman ist. 1. ist das Ganze eine super Fingerübung für's Schreiben und Ausformulieren und wird an allen Ecken Autoren empfohlen! Und 2. bildest du dir bereits eine Leserschaft, was in der Zukunft unglaublich hilfreich sein wird. :)
    Ich für meinen Teil bin ein absolutes Arbeitspferd und ein verfechter der Prokrastination. Ich arbeite hart, also darf ich auch spielen, ich darf auch mal rumtänzeln, ich darf RPG spielen und für mich ist alles Hinarbeit zu meinem Ziel. Durch RPGs bekomme ich eine ganz neue Sicht auf eingefahrene Dinge, neue Impulse, durch's Bloggen werden meine Gedanken klarer und wenn ich das Dokument nach meiner täglichen Arbeit schließe, erlaube ich mir auch mal das Nichts-Tun. Meiner Meinung nach gibt es da nichts, wofür man sich entschuldigen muss. :)

    Liebe Grüße,
    Juls

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    1. Wow, Juls, danke für deinen ausführlichen Kommentar ♥ Liest sich auch so, als hättest du dich schon viel mit dem Thema auseinander gesetzt! Ich hatte es ja bis zu besagter Mail ja eigentlich verdrängt, haha :p Wichtig zu hinterfragen bleibt es nämlich eigentlich trotzdem immer, denn man kann sicherlich auch unbewusst "abrutschen" in eine Unausgewogenheit (jedenfalls hab ich das bei mir schon beobachten können :p).

      Zumal [das Prokrastinieren] auch dazu dient, seine Batterien wieder aufzuladen.
      Ich weigere mich ja, dieses Wort zu benutzen – zumindest im Zusammenhang mit FIEBERHERZ, haha :p Aber grundsätzlich gebe ich dir recht, man sollte sich auch mal was gönnen können, das nicht zu 100% mit dem aktuellen To Do zu tun hat. Sonst lernt man entweder das To Do zu hassen, oder es kommt dabei etwas heraus, dem man mangelnde Motivation anmerkt. Beides blöd.

      Wenn du jetzt "nur" prokrastinieren würdest, wäre das vielleicht suboptimal, aber selbst DAS wäre deine ganz alleinige Sache und kann vom Leser nicht kritisiert werden.
      Hier wiederum muss ich mich wiederholen – den Blog betrachte ich nicht als Prokrastination, da ich mich immer im Dunstkreis des Projektes bewege, wie ich bei Alexandra schon im Kommentar zuvor schrieb, erfüllt sich dann für mich nicht dieser Punkt der "Kontraproduktivität". Aber ich spalte wohl gerade Haare, sorry :,D Allgemein ist die Handhabung des Projektes meine Sache. Das in irgendeiner Form zu kritisieren, direkt oder durch die Blume, steht wohl nur meinem eigenen inneren Kritiker zu, aber letztlich niemandem sonst (auch wenn ich niemanden Kritik verbieten will, wie könnte ich! Aber bei diesem Thema ist es dann ein Spezialfall, den ich für mich eben hier geklärt habe). Sehe ich also dann auch wie du :) Zumal einfach, so banal das auch klingt, alle Menschen unterschiedlichen Bedürfnisse und Lebensumständen "ausgeliefert" sind. Wenn ich zum Beispiel, so wie im April, neben Uni und Arbeit noch Stunden an einer Hausarbeit schreiben muss, dann empfinde ich das als vertretbar, nicht anderweitig Texte zu schreiben, sondern dahingehend zu pausieren. Andere wiederum würden das Schreiben am Roman wiederum als Erholung betrachten, selbst wenn es eine nahezu deckungsgleiche Tätigkeit ist. Ein Richtig oder Falsch lässt sich da nur schwer ausmachen.


      Ich finde außerdem, dass Bloggen eine wundervolle Ergänzung zur Arbeit am Roman ist. 1. ist das Ganze eine super Fingerübung für's Schreiben und Ausformulieren und wird an allen Ecken Autoren empfohlen! Und 2. bildest du dir bereits eine Leserschaft, was in der Zukunft unglaublich hilfreich sein wird. :)
      Zu Punkt 1: Bäms, jawoll. Ist so! Zu Punkt 2: Dito! Das steht zwar bei mir nicht im Fokus (sonst wäre es jetzt in der Liste im Post mit aufgetaucht), aber ist tatsächlich ebenfalls ein positiver Effekt. Vor allem, da ich weiß, dass BIRDKIN niemals irgendeinen Verlag interessieren würde und ich auch generell kein Interesse daran habe, mich bei einem solchen in kreative Knechtschaft zu begeben (ok, drastisch formuliert) – da zählt eben die Base noch mal mehr, weil die nicht durch betreutes Marketing, sondern durch mein eigenes Bemühen gebildet wird.

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  3. Jog Gax (joggax@googlemail.com)20. Mai 2015 um 14:35


    Das ist hier eine ganz wunderbare Paradoxie.

    Natürlich hast Du völlig recht. Im Grunde könnte man jede Tätigkeit als Prokrastination diffamieren: Kuchen backen, Schwimmen gehen, Wohnung aufräumen, alles. Aber das ist hier ja anders. Dein Blog dient ja gerade der Sache! Gerade weil Dich der Blog zur Selbstreflexion zwingt, zur Ausformulierung, als Mahnung weiterzumachen, oder eben auch als Spielplatz für Ideen. Insofern war es natürlich ein wenig ungerecht von mir, ausgerechnet die Tätigkeit, die das Projekt des Romanschreibens stützt, der Prokrastination zu verdächtigen! Völllig klar, alles.

    Trotzdem habe ich recht.

    Nein, das ist Spasz. Ich weiß nicht, ob ich recht habe. Es ist ein Gefühl. Du wirst es in dem Buch wiederlesen, das ich Dir empfohlen hatte. Gerade wenn die Reflexion über das Buchschreiben öffentlich gemacht wird (dort als Vorlesung, hier als Blog), ist die Gefahr sehr groß, sich eher der Reflexion zu widmen. Und noch viel tückischer: die Reflexion als Bedingung des Weiterschreibens zu sehen.

    „Vor allem, da ich weiß, dass BIRDKIN niemals irgendeinen Verlag interessieren würde“, schreibst Du. Weißt Du nicht. Vielleicht ist es ja richtig gut? Du weißt, dass üblicherweise, gerade in diesem Genre, die Sachen aber gar nicht fertiggeschrieben werden, bevor sie von Agenten den Verlagen angedient werden. Um es einmal überspitzt auszudrücken: das Buch zu schreiben ist die größte Prokrastination des Buchschreibens schlechthin. Die letzte Ausnahme, die mir einfällt, war Alina Bronsky. Die hat ihr Buch fertiggeschrieben, zu einem Verlag geschickt, und es geklappt. Das ist eine Ausnahme. Sehr, sehr selten.

    Ich blättere gerade in den Vorlesungen. Flaubert hielt es für eine „dumme Idee“, sein Buch nicht nur zu schreiben, sondern auch zu veröffentlichen. Und direkt mal aus der Vorlesung zitiert: „Muß ich schreiben? Weiterschreiben? – Alle antworten (Kafka, Flaubert, Rilke): Das ist keine Frage der Gabe, sondern des Überlebens; schreiben Sie, wenn es sicher ist, daß Sie zugrunde gehen würden, wenn Sie nicht schrieben.“

    Wenn Ihr diesen Kommentar in sich widersprüchlich findet: ja. Damit sind wir im kalten Herzen des Problems angekommen. Ach was, es ist ja gar kein Problem.

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    1. Erst einmal danke, dass du dich hier zu meldest – find ich klasse! Kann immer wieder sagen: Bin ja einfach Fan von so lebhaftem Austausch ♥

      Natürlich hast Du völlig recht. Im Grunde könnte man jede Tätigkeit als Prokrastination diffamieren: Kuchen backen, Schwimmen gehen, Wohnung aufräumen, alles. Aber das ist hier ja anders. Dein Blog dient ja gerade der Sache! Gerade weil Dich der Blog zur Selbstreflexion zwingt, zur Ausformulierung, als Mahnung weiterzumachen, oder eben auch als Spielplatz für Ideen. Insofern war es natürlich ein wenig ungerecht von mir, ausgerechnet die Tätigkeit, die das Projekt des Romanschreibens stützt, der Prokrastination zu verdächtigen! Völllig klar, alles.
      Ungerecht nicht, nein. Die Freiheit, einen Verdacht zu haben, ist ja nun einmal da, alles gut :) Wäre er unbegründet – das wäre schade. Ist er bei dir ja nicht :) Daher habe ich mich auch um Versöhnlichkeit/Ehrlichkeit bemüht, besonders wenn ich zugebe, dass mir das Schreiben hier manchmal leichter fällt, als am Roman weiter zu arbeiten. Und ich kann sicherlich nicht von mir behaupten, dass das auch mal zu Ungunsten der eigentlichen Weiterarbeit ausfällt. Wie sich das Ganze aber im Wesentlichen für mich auszahlt, kann man als Aussenstehender schlecht einschätzen, das kann nur ich selber beurteilen. Und dann auch selber entscheiden, ob ich "disziplinarische Ausreißer" toleriere oder nicht :)

      Gerade wenn die Reflexion über das Buchschreiben öffentlich gemacht wird (dort als Vorlesung, hier als Blog), ist die Gefahr sehr groß, sich eher der Reflexion zu widmen. Und noch viel tückischer: die Reflexion als Bedingung des Weiterschreibens zu sehen.
      Kann ich so unterschreiben! Die Gefahr ist da und ich kann nicht, wie ich bereits schrieb, einfach behaupten, ihr niemals erlegen zu sein :) Aber nicht einmal DAS konnte ich früher zugeben. Also hey, wieder ein Fortschritt. Meine Arbeit ist auch insgesamt strukturierter geworden, wenngleich die Struktur noch fernab von ideal ist. Dazu stehe ich noch zu sehr am Anfang und muss auch grundsätzlich ein paar Einstellungen zu manchen Dingen ändern. Immer noch disziplinierter werden etc.

      „Vor allem, da ich weiß, dass BIRDKIN niemals irgendeinen Verlag interessieren würde“, schreibst Du. Weißt Du nicht. Vielleicht ist es ja richtig gut?
      Dazu wird das Buch zu lang, bei einem Verlag müsste ich es, selbst wenn er sich dafür interessierte, zu sehr kürzen. Aber alleine der Genremix ist auch grundsätzlich zu wild, würde ich tippen. Verlage mögen Dinge, die sich kurz und prägnant spezifizieren lassen, um sie neben bestehende Werke einreihen und bewerben zu können, ohne sich den Mund fusselig zu reden, um überhaupt ein Exemplar loszuwerden. Klingt jetzt sehr negativ, meine ich aber ganz trocken und ohne Groll. Mein eigenes Interesse, bei einem Verlag unterzukommen, ist dazu ohnehin sehr gering ausgeprägt :p

      ...das Buch zu schreiben ist die größte Prokrastination des Buchschreibens schlechthin.
      DAS ist jetzt wirklich paradox :) Die Ausübung schiebt die Ausübung hinaus? Dann müsste man vielleicht unterscheiden zwischen "Vorbereiten des Ausübens" und dem "Ausüben", jedenfalls würde ich das dann so verstehen. Aber ich vielleicht tue ich gerade das jetzt nicht, kann sein :p

      ...schreiben Sie, wenn es sicher ist, daß Sie zugrunde gehen würden, wenn Sie nicht schrieben.
      Oh wow. DAS ist letztlich, warum dieser Blog nun FIEBERHERZ heißt. Weil ich, egal ob ich nun bewusst oder unbewusst aufschiebe, gerade andere Dinge tun muss (für Uni, Arbeit, sonstiges Privates), irgendwie immer wieder auf den Roman zurückkomme. Das ist dann eben ein "Fieber im Herzen", ein "Fieber der Empfindungen", das immer wieder ausbricht und rational für mich nicht erfassbar ist.

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  4. Ich finde den Vergleich zu Freunden, Studium/Beruf echt gut!

    Ich bin auch der Meinung, dass das Bloggen in Kombination mit kreativen Hobbys eine sehr sinnvolle Ergänzung sein kann :) Wichtig ist da halt die Balance zu halten.

    Isst Du wirklich Schokolade, wenn Du in die Tasten haust? Ich kann sowas ja nicht :D Bei Essen hört mein Multitasking auf lol

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    1. Ja, die Balance ist tricky, muss ich auch zugeben :) Klappt eben nicht immer, da geht's mir wie mit dem gesunden Essen - oft klappts, manchmal ignoriert man es einfach gepflegt und manchmal auch total unbewusst, weil man gerade irgendwo den Fokus ganz woanders hat. Gleichzeitig alles gleich gut geht nicht, aber ebenso wenig bilde ich mir ein, jederzeit und ständig nur das Schreiben als einziges Hobby durchziehen zu können.

      Das mit der Schokoade bezog sich jetzt nicht auf meinen Umgang damit beim Schreiben, sondern war eher ein hinkender Vergleich :p Und zwar dass Schokoloade generell nicht schlecht ist, man den Konsum aber gut ausbalancieren sollte, damit es nicht total ungesund wird. Aber eigentlich wünschte ich, Schoki wäre da ein bisschen mehr wie Gemüse - immer gesund, egal wieviel man davon so insgesamt isst (nur ist Schoki leckerer, haha :p)

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  5. Hallo Steffi,

    also Aufschieben würde ich es nicht nennen, denn das Leben besteht schließlich nicht nur aus einem Hobby. Sonst könnte wir auch sagen, dass es Prokrastination ist, wenn man sich mit Freunden trifft oder ins Kino geht, schließlich kann man auch zu Hause am Roman schreiben und etwas trinken, dafür müsste man nicht rausgehen.
    Man brauch etwas anderen mit dem man noch arbeitet, denn tagtäglich sich nur an seinem Projekt aufhalten halte ich für problematisch, denn nicht immer is man in der Lage etwas dafür zutun. Man öffnet vielleicht das Dokument, starrt es aber nur an.
    Das Leben kann nicht nur aus einer Sache bestehen, egal wie sehr sie im Mittelpunkt steht.
    Aufschieben wäre es demnach auch, wenn ich nicht mehr zum Training gehen würde oder nicht mehr mein Lieblingshörspielhören würde.
    Wenn es nach dieser Aussage gehen würde, wäre alles andere Aufschieben.
    Ist jedenfalls meine Ansicht.

    Wenn ich mich zu viel mit meinem Projekt beschäftige, blockiert irgendwann etwas bei mir und das frustriert, deswegen habe ich andere Sachen, die nichts damit zutun haben.

    Dein Blog ist für mich kein Aufschieben. Du redest über dein Projekt, und wie du gewisse Dinge dabei handhabst und setzt dich mit den Erfahrungen deiner Leser auseinander, die dir Möglichkeiten eröffnen, die du vielleicht noch gar nicht gesehen hast und die dir neuen Schub geben.

    Im übrigen ist Schreiben doch noch ein Hobby und da ist Aufschieben doch eigentlich ok, damit muss man schließlich kein Geld verdienen.

    Du glaubst gar nicht, wie interessant Aufräumen werden für mich werden kann, wenn ich mir Schreiben vornehme, weil die Zeit da ist. Oder dass die Dusche mal wieder entkalkt werden kann. Der Keller muss auch mal geordnet werden und die Bücher waren auch schon mal mit einer besseren ordnung versehen, als der nach Titel, warum nicht nach Autor?!
    Das ist Aufschieben, aber nicht einem anderen Hobby nachgehen :)

    Gruß

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    1. Das Leben kann nicht nur aus einer Sache bestehen, egal wie sehr sie im Mittelpunkt steht.
      Genau so ist es! Ich glaube, ich würde schnell eine furchtbar launisches Etwas werden, wenn ich immer nur dasselbe machen dürfte, so von jetzt auf gleich...

      Im übrigen ist Schreiben doch noch ein Hobby und da ist Aufschieben doch eigentlich ok, damit muss man schließlich kein Geld verdienen.
      Wichtiger Punkt, absolut! Das Schreiben ist per se nicht dringend, ich stehe letztlich unter keinem Leistungsdruck wie etwa an der Uni. Wenn ich davon leben müsste, wäre das natürlich etwas anderes, klar. Dann würde ich aber wohl auch gerade nicht studieren :p

      Letztlich definierst du mit deinen Vergleichen supertreffend, um was es hier geht - danke für die tollen Beispiele :) Der Blog ist kein "Dusche entkalken", kein "Keller sortieren" etc., sondern eben nur ein Hobby, das mit einem anderen in gewissem Ausmaß korrespondiert. Es ist somit nicht rein Zerstreuung, sondern gleichzeitig auch Gewinn für das Romanprojekt. Yay :)

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  6. Hallo,

    ich bin gerade zufällig auf deinem Blog gelandet und finde das Thema sehr spannend.

    Müssen wir bei der Frage nach dem Aufschieben nicht realistisch bleiben? Hättest du denn tatsächlich die Zeit, dich voll und ganz deinem Roman zu widmen, ohne dass deine Arbeit/Beziehungen etc. darunter leiden? Ich kann diese Frage derzeit guten Gewissens mit einem klaren "nein" beantworten. Von daher ist es meiner Meinung nach überhaupt nichts "Schlimmes", Großprojekte häppchenweise anzugehen bzw. auch mal eine Weile ruhen zu lassen. Zeigt sich daran nicht einfach nur, dass man sein Verhaltungen und die Auswirkungen dessen sorgfältig reflektiert? So viel mal zum Aufschieben. :)

    Was den Blog angeht, finde ich es nur richtig, dass du Beschäftigungen nachgehst, die dir Spaß machen. Das hat meiner Meinung nach auch nichts damit zu tun, dass du deinen Roman aufschiebst. Vielmehr ist es ein schönes Mittel, um deine Motivation bei Laune zu halten. Wie oft passiert es schließlich, dass man sich auf eine Aufgabe versteift und sich dann da durchquält? So ging es mir letztes Jahr um die Zeit mit meiner Projektarbeit. Deshalb finde ich es wichtig, keinen (großen) Druck zu erzeugen und sich stattdessen kreative Pausen zu gönnen. Denn nur weil du einen Roman schreiben möchtest, hast du doch nicht plötzlich kein Bedürfnis mehr nach Freizeit. Von daher finde ich, dass du die Sache genau richtig angehst. :)

    Liebe Grüße

    Fräuleins Tagebuch

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    1. Hättest du denn tatsächlich die Zeit, dich voll und ganz deinem Roman zu widmen, ohne dass deine Arbeit/Beziehungen etc. darunter leiden? Ich kann diese Frage derzeit guten Gewissens mit einem klaren "nein" beantworten.
      So müsste ich auch antworten :) Und selbst wenn ich keine Arbeit, keine Beziehungen etc. hätte, bin ich überzeugt davon, dass ich dennoch mal was anderes machen würde, als am Roman zu arbeiten. Mit vorhandenem Sozial- und Arbeitsleben brauche ich mir darüber aber keine Gedanken zu machen, vielmehr darüber, wie ich praktisch ALLES häppchenweise angehe :p

      Denn nur weil du einen Roman schreiben möchtest, hast du doch nicht plötzlich kein Bedürfnis mehr nach Freizeit. Von daher finde ich, dass du die Sache genau richtig angehst. :)
      Sehr, sehr treffend formuliert ♥ Und es freut mich natürlich auch, dass wir da ähnlicher Meinung sind :) Ich glaube, wenn jetzt alle gesagt hätten "Hab ich auch schon die ganze Zeit gedacht, was verschwendest du hier deine Zeit?", dann hätte ich eine mittlere Blogger-Krise durchlebt :,D

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