Schreiblaunen – 03 – Edition 2015

2015/12/31
Schreiblaunen – wie läuft die Arbeit an deinem Schreibprojekt? Gestaltung © fieberherz.de


Das dritte Mal schreibe ich von meinen Schreiblaunen, dieses mal aber eher als ein Rückblick auf das Jahr, damit ich dann schon mal Einblick in 2016 geben kann. In meinem Kopf hat sich viel getan & die Veränderungen, Verbesserungen haben Gutes gebracht und werden dies auch noch weiter tun.


Woran ich gearbeitet habe

Während viele viele Projekte haben, waren es bei mir nur drei (davon 1 Roman, 2 Kurzgeschichten) – aber hey, wieso "nur"? Grundsätzlich stört es mich nicht, an weniger Projekten als andere zu arbeiten. Rückblickend ärgere ich mich einfach, dass mehr drin gewesen wäre, wenn ich meine Lektionen vom Ende des Jahres schon zu Beginn gelernt hätte. Aber wie sagt man so schön? Der Lutsch ist gedropst ;)

Zwei Kurzgeschichten, Blaustern und Strandhausleben, haben das Licht der Welt erblickt und sind mittlerweile auch auf Wattpad zu lesen. Dafür habe ich das erste Mal seit Ewigkeiten mal wieder an Buchcovern gesessen, wenn auch mit dem Ziel, nur ganz einfache zu gestalten. Stilistisch wird das Cover von BIRDKIN ganz, ganz anders aussehen.
Kurzgeschichten hätten es übrigens auch gerne mehr sein können, schließlich ist das meine Herzdisziplin, die ich seit Jahren schon ausübe (mal mehr, mal weniger intensiv). Wird definitiv weiter verfolgt.

Mit BIRDKIN habe ich natürlich am Roman selber gesessen – aber auch zum ersten Mal in meinem Leben eine Art Klappentext verfasst. Maßgeblich geholfen haben mir hier die User(innen) von Poolys Kunst- und Schreibforum und ich bin bis heute noch sehr, sehr dankbar für die konstruktive Kritik. So ein Klappentext ist eben wirklich nicht so einfach, wie es seine Länge vielleicht vermuten ließe!

Was sich als nützlich erwies

Schreibtechnisch gesehen war dieses Jahr durchsetzt von sehr düsteren Tiefen und leuchtend hellen Höhen. Das heißt, dass ich mit BIRDKIN (Arbeitstitel) streckenweise kaum voran kam, an anderen Punkten ging alles rasend schnell und fast wie von alleine.
Die schwerste Entscheidung traf ich Mitte des Jahres. Da musste ich mir selbst eingestehen, dass ich mich mit den ersten Kapiteln und dem parallel begonnenen SpinOff völlig verzettelt hatte. Es war ein bisschen so, als hätte ich keine Stimme beim Schreiben. Gleichzeitig habe ich die Idee zu BIRDKIN weiter heiß und innig geliebt, tue es jetzt auch noch – der vorhandene Text schien dem aber nicht gerecht zu werden. Ich habe mich von den hart erkämpften ersten 4 Kapiteln und dem SpinOff getrennt. Nicht gelöscht – aber für immer aus dem "Kanon" geworfen. Seitdem fluscht's fast wie von alleine. Trennung ist also nicht immer etwas schlechtes!

Im Oktober störte mich die Tatsache, dass mir vieles in meinem Leben ineffizient vorkam. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt vor kurzem erfahren, dass ich das erste Mal in einer Studiumsprüfung durchgefallen bin. Ich musste auf einmal meine Lerntechniken hinterfragen. Meine Einstellung zu den Dingen. Meine Zeiteinteilung. 
DIe #Konsumauszeit spielte mir gut in Karten und ich "fastete" einen Monat lang – finanziell und auch internettechnisch, um wirklich meine Lebensqualität bzw. Zufriedenheit zu verbessern. Am NaNoWriMo nahm ich nicht teil (wegen Studium) – nahm mir aber vor, 200 Worte pro Tag zu schreiben. Ziel war die Entwicklung einer täglichen Schreibroutine. Dieses Ziel habe ich vollkommen erreicht. Mein Anfang November gesetztes Wordcount-Ziel von 16.000 Wörtern bis 31.12.2015 habe ich schon vor Fristblauf erreicht und bin sogar drüber, weil ich einfach weitergeschrieben habe – alles andere hätte einfach keinen Sinn gemacht :p Mit der App Write-O-Meter (Android; Testbericht folgt!) habe ich sehr gut arbeiten und unkompliziert meine Tagesziel festhalten können. 

Insgesamt habe ich gelernt, weniger im Leben auf den richtigen Zeitpunkt für irgendwas zu warten. Bezogen auf das Schreiben meine ich die Muse – die hilft mir nicht. Ich glaube, meine habe ich quasi getötet. Denn ich schreibe nun, auch wenn ich mal keine Lust habe und wenn ich Lust habe, aber gerade andere Dinge zu tun habe, beende ich erst die anderen Dinge und lasse nicht kopflos alles stehen und liegen, aus Angst, die Muse könnte so bald nicht wieder auftauchen. Die Plan- und Meßbarkeit meines Vorhabens, einen Roman zu beenden, ist damit wohl um 99,9% gestiegen – und mein Wohlbefinden übrigens auch.


Das stört mich noch

So wirklich richtig stören tut mich nur noch eines: Dass der Roman noch nicht fertig ist. Aber gleichzeitig weiß ich – er wird es. Ein verdammt gutes Gefühl! Daran, dass ich zu den Menschen gehöre, bei denen alles immer ein bisschen länger dauert, habe ich mich ja gewöhnt. Denn letztlich zieht sich das  bereits durch mein gesamtes Leben. Ich bin ein Mensch der späten Erkenntnis und mal geht das gut, mal nicht. Für den Roman hat das vieles verlangsamt, sehr sogar, mich auch im Fortschritt zurück gesetzt. Aber auch solche Rückschläge stören mich nicht. Den sie heißen nicht, dass ich es nicht schaffe. Das weiß ich


Das wird kommen

Wappen der "Fleißigen Schreibmaschinen" von schreibnacht.deIm Jahr 2016 kommt einiges auf mich zu. Vorsätze sind das nicht. Sondern Dinge, die ich erledigen möchte und erledigen werde, denn ich habe gesehen, dass ich das kann. Neben meiner Bachelorarbeit werden ich also auch BIRDKIN beenden.
Als Ansporn habe ich mich zusätzlich bei #WriYoBo angemeldet, eine grandiose Aktion des Schreibnacht-Forums. Um die 100 Autoren sind auf 4 Gilden aufgeteilt worden (links sehr ihr das Wappen meiner Gilde, den Fleißigen Schreibmaschinen ) und setzen sich ein Jahreswortziel für 2016. Meines ist 120.000 Wörter, also 333 Wörter pro Tag. Nicht mit eingeschlossen sind Blogeinträge und die Bachelorarbeit – lediglich BIRDKIN und Kurzgeschichtenprojekte werden gezählt. Das heißt auch, dass BIRDKIN nächstes Jahr definitiv fertig wird, um in das Korrektorat/Lektorat gehen zu können. Wann genau in 2016, halte ich mir noch offen.

Den Titel für den Roman werde ich auch noch bekanntgeben im Laufe des Jahres – denn eigentlich habe ich ihn ja schon. Warum ich aber auch da ein bisschen länger gebraucht habe, rolle ich noch mal in Form eines extra Blog-Beitrages auf :)

Aber ach, das wird gut, ihr Lieben

Zitat des Augenblicks

Sich auf die Metaebene des Romans zu schwingen ist manchmal so, als würde man in Eis beißen.
— STEFFI ⊙ FIEBERHERZ (@fieberherz)   





Die Schreiblaunen-Reihe gibt Einblick in mein aktuelles Schreiben. Dabei geht es um meine Arbeit am Romanprojekt oder anderen Ideen, was mir beim Schreiben geholfen hat, was sich als weniger nützlich herausstellte und wie es allgemein so läuft. Jeder, der ebenfalls Schreiblaunen verbloggen möchte, kann sich gerne ein Banner schnappen und es in seinem Blog(-Post) einbinden :)

Diese Reihe ist, mit freundlicher Genehmigung von Nicole ♥, angelehnt an die Leselaunen von Novembertochter.
Kommentare zu "Schreiblaunen – 03 – Edition 2015"
  1. Hallöchen,
    ich finde es immer bemerkenswert, wenn jemand Kurzgeschichten schreiben kann. Mir liegt das überhaupt nicht. Die Cover zu deinen neuen Kurzgeschichten finde ich übrigens toll. Sie sind so schlicht, aber trotzdem ein Blickfang :)

    Das mit den Höhen und Tiefen kenne ich nur zu gut. Ging mir bei meinem Projekt auch so. Momentan habe ich wieder so ein kleines Tief, aber sowas geht ja zum Glück auch wieder vorbei :)
    Danke für den Tipp mit der App. Die werde ich gleich mal ausprobieren :)
    Das mit der Warterei kenne ich ebenfalls. Ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich auf den perfekten Zeitpunkt zum Schreiben warte. Und dann denke ich mir: Worauf wartest du eigentlich? Da kann ich mir also definitiv ein Beispiel an dir nehmen ;) An einer Schreibroutine muss ich auch noch arbeiten.

    Ich habe auch überlegt am WriYoBo teilzunehmen, aber bei mir steht momentan das Überarbeiten an und nebenbei werde ich kaum zum Schreiben kommen. Ich habe mir aber vorgenommen so ganz für mich mitzumachen...oder es zumindest zu versuchen :)
    Oh, auf den Beitrag zum Romannamen bin ich ja gespannt :)

    Ich mag deine Schreiblaunen-Reihe wirklich gerne :)
    Liebste Grüße,
    Kate ♥

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    1. Wow Kate, erst einmal danke für diesen schönen Kommentar :D♥

      ...ich finde es immer bemerkenswert, wenn jemand Kurzgeschichten schreiben kann. Mir liegt das überhaupt nicht.
      Ach, das ist wirklich Interessens- und Übungssache :) Ich habe schon sehr viele Kurzgeschichten gelesen und schreibe die, seit ich klein bin. Ich mag an ihnen, dass man einen kurzen, intensiven Blick in anderer Leben reinwerfen kann!

      Die Cover zu deinen neuen Kurzgeschichten finde ich übrigens toll. Sie sind so schlicht, aber trotzdem ein Blickfang :)
      Danke sehr, das freut mich sehr :) Habe lange keine Cover mehr gemacht und wollte wirklich etwas Schlichtes, das ich für kommende Kurzgeschichten immer wieder ohne großen Aufwand reproduzieren kann.

      Das mit den Höhen und Tiefen kenne ich nur zu gut. Ging mir bei meinem Projekt auch so. Momentan habe ich wieder so ein kleines Tief, aber sowas geht ja zum Glück auch wieder vorbei :)
      Ein Tief geht vorbei, ja, das stimmt :) Tatsächlich hatte ich allerdings keines mehr, seit ich jeden Tag schreibe. Und das ich mal eigentlich gerade nicht viel Lust zum Schreiben habe, ist für mich auch kein Tief, sondern eine natürliche Begleiterscheinung :P
      Zum Aushebeln allzu krasser Höhen und Tiefen kann ich also eine gewisse Schreibroutine wirklich nur empfehlen!

      Danke für den Tipp mit der App. Die werde ich gleich mal ausprobieren :)
      Cool, mach das! Wenn ich mein Review von der App geschrieben habe, magst du ja vielleicht in den Kommentaren von deiner Erfahrung berichten ♥

      Das mit der Warterei kenne ich ebenfalls. Ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich auf den perfekten Zeitpunkt zum Schreiben warte. Und dann denke ich mir: Worauf wartest du eigentlich?
      Doris Lessing hat dazu gesagt: "Whatever you're meant to do, do it now. The conditions are always impossible." Daraus ziehe ich für mich, dass sich immer Ausreden finden lassen, nicht zu schreiben. Es hängt von dir selber ab, wenn du nur willst :) Dorthin zu finden ist allerdings auch nicht unbedingt leicht. Ich konnte zwar den Schalter in meinem Kopf direkt umlegen, aber dafür bin ich vorher durch diverse Stadien des Scheiterns gekommen :/

      Ich habe auch überlegt am WriYoBo teilzunehmen, aber bei mir steht momentan das Überarbeiten an und nebenbei werde ich kaum zum Schreiben kommen. Ich habe mir aber vorgenommen so ganz für mich mitzumachen...oder es zumindest zu versuchen :)
      Mach dein Ding so, wie du dich wohl damit fühlst ♥ Ich hatte erst den Anmeldeschluss verpasst, dann aber wurden doch mehr Leute zugelassen & ich bin jetzt doch dabei. Der Tag, wo ich ziemlich enttäuscht war, nicht dabei zu sein (bevor ich vom Gegenteil erfuhr), hatte aber meinen Kampfgeist geweckt und ich hatte beschlossen, auch alleine die 120.000 Wörter/Jahr zu knacken.

      Oh, auf den Beitrag zum Romannamen bin ich ja gespannt :)
      Ich auch, haha :p Er ist halb fertig in meinem Kopf und ich werde im Prinzip beschreiben, wie ich mich echt lange gegen den Titel gewehrt habe – nur weil ich meine eigenen Prinzipien/Vorlieben nicht „verraten“ wollte.


      Ich mag deine Schreiblaunen-Reihe wirklich gerne :)
      Danke dir, das freut mich sehr ♥ Und denk dran: DU kannst auch mitmachen, wenn du magst :D

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  2. Hallo Steffi,
    ich finde diesen Blogbeitrag wirklich super. Es ist ein toller Rückblick in dem du das was nicht so gut lief und das was gut lief auflistest und gleich Verbesserungen für dieses Jahr aufstellst. Es motiviert einen fast schon selber, nur diesen Beitrag von dir zu lesen.

    Es ist klasse zu sehen, dass du dein Wordcount Ziel erreicht hast. Ich bin auch gerade daran am arbeiten, mir eines festzusetzen und durchwühle grad auch so manche App die mir vielleicht helfen könnte. Ich glaube die Write-O-Meter App habe ich mir heute morgen auch geholt. Sofern es diese grüne App ist und sie nicht doch einen anderen Namen hat. Nur auf ein Wörterziel konnte ich mich noch nicht festlegen.

    Ich kenne es auch nur zu gut wie man sich vor dem Schreiben drücken kann. Ich meine ich habe jetzt eine fünfjährige Pause gemacht und will ständig anfangen und finde doch wieder etwas was ich in dem Moment dann doch lieber mache. Wobei ich auch meistens dann am motiviertesten bin, wenn ich z.B. auf der Arbeit bin und absolut keine Chance habe wirklich anzufangen.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du dein Ziel dieses Jahr erreichst und BIRDKIN (oder wie er mal heißen wird) fertigstellen kannst. :)

    Liebe Grüße,
    Alex

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    1. Hey Alex, danke für deinen ausführlichen Kommentar & es freut mich, dass der Artikel dir gut gefallen hat :D♥

      Es ist klasse zu sehen, dass du dein Wordcount Ziel erreicht hast. Ich bin auch gerade daran am arbeiten, mir eines festzusetzen und durchwühle grad auch so manche App die mir vielleicht helfen könnte.
      Die App kann dir das natürlich nicht abnehmen, die Entscheidung über ein Ziel zu setzen. Allerdings ist sie so praktisch und rechnet für dich um unter Angabe des Zeitraumes und Zielwortanzahl, wieviel du pro Tag schreiben müsstest – und reagiert automatisch auf erfolgreichere oder wenig erfolgreiche Tage, sodass du immer weißt, ob du mehr oder weniger schreiben musst oder kannst.
      Für die Entscheidung bezüglich eines Wortzieles hilft, sein Schreibtempo zu kennen. Schau doch mal eine Woche lang, wieviel du bei täglichem 30-minütigen Schreiben kommen würdest. Dann kannst du großes Ziele besser abstecken :)

      Ich meine ich habe jetzt eine fünfjährige Pause gemacht und will ständig anfangen und finde doch wieder etwas was ich in dem Moment dann doch lieber mache.
      Vorsicht, Falle :) Der Geist tut nur willig! Kenne ich leider auch nur zu gut. Um davon wegzukommen, haben mir 2015 Schreibsprints geholfen. Also wie oben bereits beschrieben für selbst festgelegte Anzahl an Tagen täglich eine selbst festgelegte Anzahl an Worten schreiben. Hat mir geholfen, nach und nach, weniger von der Muse abhängig zu sein. Denn dieses dauernde Ausreden finden hat mich wirklich sehr, sehr unzufrieden gemacht :/

      Ich drücke dir die Daumen, dass du dein Ziel dieses Jahr erreichst und BIRDKIN (oder wie er mal heißen wird) fertigstellen kannst. :)
      Danke dir – ich wünsche dir auch, dass du deine umsetzen kannst und die Freude am Schreiben nicht verlierst ♥ Ringe den inneren Schweinehund nieder :D

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