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Seelenverkäufer und das Gift der Unsicherheit


Der Plagiator handelt mit fremden Augenblicken.  // Foto © fieberherz.de

Die letzte Woche stand, insbesondere zu ihrem Ende hin, im Zeichen des Diebstahls geistigen Eigentums. Gleich zwei Indie-Autoren haben zugegeben, sich am Werk anderer bereichert zu haben – wenngleich bei beiden solche Begrifflichkeiten wie "bereichern" nicht fielen. Vielleicht, weil zu offensichtlich? Wir werden es nie erfahren.

Ich will nun nicht darüber schimpfen, wie schlecht Plagiieren ist, egal wie stark ausgeprägt bei den infrage kommenden Büchern. Und dass es beim Tatbestand der Urheberrechtsverletzung bleibt, selbst wenn es dem Autor entfallen ist, dass der Text nicht von ihm stammt. Posts, die das Plagiieren verurteilen (was ja auch gut ist!), finden sich dieser Tage öfter im Netz, insbesondere auf Facebook.
Mir geht es viel mehr darum, dass eine alte Unsicherheit wieder aufgetreten ist, die ich in den letzten Jahren mühsam niedergekämpft hatte, um mir etwas anderes aufbauen zu können – den Mut nämlich, die eigene Arbeit als wertig zu betrachten und vor Veröffentlichung ausschnittsweise zu zeigen, was man da so fabriziert.


Ausschnitte, Verschnitte, Schnitte

"Schnipseln" nennen das manche – Sequenzen posten aus dem Projekt, an dem man arbeitet im Web, sei es in einem Forum, auf Facebook oder auf einem Blog. Im Prinzip ein schönes Mittel, andere zu teasen, und, im Falle eines "gemütlicheren Schreibtempos", so eine Art Lebenszeichen und Beweis zugleich. "Beweis" ist natürlich immer relativ. Das Wort setzt voraus, dass ihr mir glaubt, dass ich das, was ich da herzeige, wirklich selber verzapft und nicht bloß irgendwo abgetippt habe ;) 

Jetzt werden sich ganz aufmerksame Leser denken "Was ist los? Die Steffi hat doch hier und da kleine Ausschnitte gezeigt?" Richtig, habe ich. Allerdings tue ich das nicht seit Anbeginn und bis heute auch nie ohne ein flaues Gefühl im Magen. Denn mir war noch beim Erstellen dieses Blogs recht deutlich in Erinnerung, wie es diesen riesigen Wirbel um Helene Hegemann und ihr Buch "Axolotl Roadkill" gab. Erinnert sich noch jemand? Wie sie vom Blog respektive aus dem Buch eines gewissen Airen kopierte und dann 2010 ein Aufschrei durch die Literaturwelt ging (weil sie Tage zuvor ja noch gelobt wurde bis hinauf in den Olymp)? Manche nicken jetzt, andere zucken ahnungslos mit den Schultern. Letztere Gruppe beglückwünsche ich. Und wer schnell an sich zweifelt, sollte vielleicht ab hier nicht weiterlesen.

Das sind diese Plagiatsvorwürfe - also wie das juristisch ist, weiß ich leider nicht so genau. Inhaltlich finde ich mein Verhalten und meine Arbeitsweise aber total legitim und mache mir keinen Vorwurf, was vielleicht daran liegt, dass ich aus einem Bereich komme, in dem man auch an das Schreiben von einem Roman eher regiemäßig drangeht, sich also überall bedient, wo man Inspiration findet. Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit.
Helene Hegemann (buchmarkt.de)

Auch wenn sie ihr eigenes Verhalten im gleichen Text ein paar Absätze weiter als "total gedankenlos und egoistisch" bezeichnet und sich entschuldigt, "nicht von vorneherein alle Menschen entsprechend erwähnt zu haben, deren Gedanken und Texte [ihr] geholfen haben", möchte ich bei dem herausgestellten Zitat oben am liebsten brechen – auf den Boden und in ganz schwachen Momenten mit dem Schreiben. Ist ja nichts Neues irgendwo zu lesen. Wird ja auch nie gehen. Alles nur kleine Monster den Autoren als Frankensteins. Dabei gestand ich ja schon selbst, dass ich nicht davon ausgehe, etwas völlig Neues zu erschaffen ("5 Fragen, die ich nicht mehr hören kann"). Im Prinzip gebe oder gab ich der Hegemann also Recht, auch wenn es mir nicht gefällt. Ich mag das aber nochmal zerpflücken, denn das kann und darf nicht das Ende aller Dinge sein. Es klingt mir zu sehr nach einem Freifahrtschein zum Plagiieren.


Nicht neu oder neu?

Aus dem "nichts ist neu" erwächst eine Unsicherheit, die meine Gedanken ein bisschen vergiftet. In meinem Falle weiß ich auch nicht, ob diese Unsicherheit jemand nachvollziehen kann – ich gebe zu, sie ist etwas verschwurbelt.

Wenn nichts neu ist,  alles irgendwie ein unbewusstes Satzteillager ist – darf ich mich legitim vor dem Plagiator, dem "Seelenverkäufer", fürchten? Bin ich wirklich besser als er?

Dieser Gedanke kommt mir manchmal. Meine Unsicherheit bezogen auf ein Buch in Arbeit bringt mich selbst in Bredouille vor anderen und vor mir selbst. Das ärgert mich. Ich weiß doch, dass ich vor dem Laptop sitze oder vor meiner Pinnwand stehe, habe keine Inhaltsangaben anderer Bücher oder Filme vor mir liegen, zumindest nicht explizit, bewusst. Und brainstorme mit dem, was mein Gehirn so hergibt, um den Plot weiter zu planen. Die Geschichte und ich sind vordergründig alleine. Aber selbst angesichts der Tatsache, dass Ideen meinen Erfahrungen (selbst- oder fremdgesteuert), Vorlieben und gespeicherten Eindrücken (bewusst und unbewusst abrufbar) entwachsen, gibt es die Kombination schlechterdings genau so nochmal. Das ist nur möglich durch Plagiat. Wodurch also das, was mich zur Gänze ausmacht, übertragen wird auf eine andere Person, sei es in Teilen oder vollständig. Also ja, ich darf mich fürchten vor dem Plagiator. Weil ich besser bin als das. Weil ich aus mir selber schöpfe, denn ich bin wirklich das, was ich schreibe.

An diesem Punkt war ich gedanklich übrigens schon mal. Und damals entschied ich mich gegen das Veröffentlichen von Textschnipseln. Der Gedanke, das jemand einen Teil von mir nimmt und verwurstet oder wirklich unbesehen kopiert, der behagt mir bis heute nicht. Denn es kommen nicht nur Buchstaben mit, sondern auch meine Gefühle, meine Momente des Schreibens. 
Aber jetzt werde ich nicht aufhören damit, wo ich mich gerade geöffnet habe (und das auch gar nicht fast zwei Jahre gedauert hat). Weil ich interessierte Leser dadurch ein bisschen einstimmen und ihnen vor allem für ihre unglaubliche Geduld danken kann. Und plagiiert werden könnte alles auch noch, wenn es fertig und veröffentlicht ist – das hat der Hegemann-Fall ja gezeigt. Zwar gefallen mir nicht die Zeichen aus dem Verlagswesen (zum Teil Neuauflagen der schädigenden Werke, Verzicht auf Erstattung einer Anzeige), aber mit denen muss ich mich als Selfpublisher nicht herumschlagen. Ich kann im Falle eines Plagiats direkt zur nächsten Polizeiwache gehen, im Warteraum am Laptop am nächsten Projekt arbeiten und dann gemütlich Anzeige erstatten. Und ja, das ist eine Art Drohung ♥

Kommentare

  1. Huhu :)

    Ein sehr spannender Artikel zu dem Thema. Ich finde es gut, dass du nicht deiner Unsicherheit nachgibst. Das wäre nämlich sehr traurig für die Autorenwelt. <3

    Liebste Grüße

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    1. Danke sehr :D♥ Ich muss gestehen, diese Unsicherheit fiel erst mit Verfassen dieses Artikels einigermaßen ab. Aber gut, für mich zählt nur das Endergebnis – es geht ungebrochen weiter :D♥ Es gibt da so Projekte, die noch raus wollen und die schreiben sich nicht von alleine ;)

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  2. Liebe Steffi,
    vielen Dank für deinen Artikel. Deine Unsicherheit kann ich gut nachvollziehen, besonders diese Bedenken, Ausschnitte, Charakterbeschreibungen etc. im Web zu teilen. Als ich begonnen habe aus dem Schreiben mehr zu machen als ein Hobby und mich viel in Foren bewegt und Texte geteilt habe, um Feedback und Hilfe zu ereilen, fand ich es umso trauriger und verletzender einen dieser Textschnipsel bei einem anderen User zu finden, der diesen als sein eigenes Werk ausgab und dafür mit Lorbeeren überschüttet wurde.

    Ein gutes Jahr lang habe ich mich von allem abgekapselt, was mit dem Schreiben und Lesen zu tun hat. Ich hatte da ähnliche Gedanken wie du und bin auch zu dem gleichen Schluss gekommen wie du. Es ist meine Geschichte, und die kann niemand so erzählen wie ich.

    Also: Kopf hoch, liebe Autorinnen und Autoren. Ihr macht eure Geschichte einzigartig, neu, spannend und aufregend. :) ♥

    Liebe Grüße,
    Cleo

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    1. Hallo Cleo :) Danke erst einmal für deinen schönen Kommentar ♥ Einerseits finde ich schade, dass du schlechte Erfahrung gemacht hast – die sollte niemand machen müssen. Und auch diese lange Auszeit danach! Es musste wohl sein, aber um so schöner, dass du zurückgefunden hast :)

      Ich hatte da ähnliche Gedanken wie du und bin auch zu dem gleichen Schluss gekommen wie du. Es ist meine Geschichte, und die kann niemand so erzählen wie ich.
      Puh, ich dachte schon, ich wäre da mit diesem Zick-Zack-Denken alleine, ich bin ehrlich erleichtert irgendwie! Auch wenn ich auch hier dasselbe wie oben sagen muss: Keiner sollte diesen quälenden Zweifeln ausgesetzt sein. Aber vielleicht hilft es andererseits, stärker als jemals zuvor zu werden!

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  3. Liebe Steffi,

    meiner Freundin ist genau das letzte Woche passiert. Ihre Story wurde ihr sogar von einer Freundin geklaut und veröffentlicht und nach einem langen Kampf mit ihr, wurde ein ziemlich katastrophales Statement (bzw. eine Entschuldigung) dazu von der Autorin auf Facebook geschrieben.
    Alleine das schon hat mich etwas verunsichert. Wem kann man eigentlich noch trauen? Eigentlich denkt man doch, dass man den Leuten trauen kann, die ebenfalls Autoren sind und mit denen man zugleich vielleicht sogar noch befreundet ist. Für mich ist es sowas wie ein Ehrenkodex, niemals an das Eigentum anderer zu gehen.

    Früher habe ich alles was ich geschrieben habe in einem Forum veröffentlicht. Zum Glück ohne negative Erfahrungen. Vielleicht weil es damals vor 6-10 Jahren auch noch nicht so einfach war ein Buch überhaupt zu veröffentlichen. Heutzutage benötigt es ein wenig Recherche und einen Amazon Account und das Buch ist zum Verkauf angeboten.

    Dennoch finde ich gut, dass du dich nicht unterkriegen lässt und stimme auch dem zu, was du sagst. Es ist nun mal auch ein gutes Gefühl, wenn man etwas von seiner Story preisgibt und Feedback dazu bekommt.

    Wenn ich jetzt irgendwann mit der Planung meiner neuen Story fertig bin, möchte ich auch etwas davon im Internet zeigen können, um eine erste Reaktion zu bekommen, was einen sowohl helfen kann Dinge zu verbessern, als auch bei positiven Feedback einfach noch einen Motivationsschub gibt.

    Verunsicherung ist aber oft noch da, wenn ich eine Story überhaupt plane. Es gibt mittlerweile so viele Bücher, da ist es wie mit den Filmen. Es war fast alles schon irgendwie in irgendeiner Form da. Nur weil man dann ein Thema hat, was es schon gab, ist es ja nicht gleich Plagiat, weil jeder seine Story ja auch selber entwickelt. Nur weil mittlerweile 1000 Bücher über z.B. krebskranke Mädchen geschrieben wurden, haben die nicht alle voneinander abgeguckt, sofern jeder in seine Geschichte seine eigenen Gedanken und sein eigenes Herz reinsteckt.

    Bei mir in der Planungsphase jetzt bin ich ebenfalls an einem Punkt angekommen, wo ich Angst habe das ich etwas schreibe, was es schon gibt. Ich weiß, dass ich mit der Idee die ich habe, noch nichts selber gelesen habe, aber man kennt eben leider nur einen Bruchteil aller Bücher. Dann ist da dieser Gedanke einfach mal zu gogglen, aber dann ist da die Unsicherheit das ich etwas finde was meinem ähnelt und ich dann zu sehr darauf fixiert bin und nachher wirklich noch mehr in die Richtung dessen gehe, ohne dass es mir bewusst ist. So plane ich jetzt also erstmal einfach und werde anfangen zu schreiben. Einfach nur für mich und ohne mich von etwas, was vielleicht in irgendeiner Form schon existieren mag, abzuhalten oder beeinflussen zu lassen.

    Liebe Grüße,
    Alex

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    1. …meiner Freundin ist genau das letzte Woche passiert. Ihre Story wurde ihr sogar von einer Freundin geklaut und veröffentlicht und nach einem langen Kampf mit ihr, wurde ein ziemlich katastrophales Statement (bzw. eine Entschuldigung) dazu von der Autorin auf Facebook geschrieben.
      Wenn wir nicht dieselbe Person meinen, dann gab es noch einen dritten Fall? Na ja gut, es mag so sein oder nicht – sowas gönne ich doch keinem. Und so eine Freundin verdient nur noch Anführungsstriche – als "Freundin" :(

      Alleine das schon hat mich etwas verunsichert. Wem kann man eigentlich noch trauen? Eigentlich denkt man doch, dass man den Leuten trauen kann, die ebenfalls Autoren sind und mit denen man zugleich vielleicht sogar noch befreundet ist. Für mich ist es sowas wie ein Ehrenkodex, niemals an das Eigentum anderer zu gehen.
      Trauen kann man letztlich niemandem. Sage ich ungerne, ist aber so. Das macht die Leute nicht grundsätzlich zu schlechten Menschen. Aber manchmal treffen Gelegenheiten und Gefühle aufeinander, die den vermeintlich besten Charakter auf die Probe stellen. Und es ist einfach unwahrscheinlich, dass diese Probe jedes Mal bestanden werden kann, leider :(


      Wenn ich jetzt irgendwann mit der Planung meiner neuen Story fertig bin, möchte ich auch etwas davon im Internet zeigen können, um eine erste Reaktion zu bekommen, was einen sowohl helfen kann Dinge zu verbessern, als auch bei positiven Feedback einfach noch einen Motivationsschub gibt.
      Jedes Feedback sollte Motivation sein, sofern es begründet ist – jedenfalls ist das meine persönliche Prämisse. Das schönste Feedback (gemessen an positiven Adjektiven/Adverben) kann völlig inhaltslos sein und bringt dich nicht weiter. Natürlich wärmen nette Worte das Herz :) Aber nehme es nicht als etwas Negatives, wenn jemand begründet und ehrlich auch mal kritisiert, was nicht gefallen hat. Finde, das sind die besten Kritiken überhaupt (begründete generell – leider auch die seltensten).

      Nur weil mittlerweile 1000 Bücher über z.B. krebskranke Mädchen geschrieben wurden, haben die nicht alle voneinander abgeguckt, sofern jeder in seine Geschichte seine eigenen Gedanken und sein eigenes Herz reinsteckt.
      Das ist ein super Beispiel :) Leider – du kennst das sicherlich auch, deinem letzten Absatz nach zu urteilen – versagt aber die Vernunft, wenn man sieht, was man da so alles fabriziert hat. Schade eigentlich. DA könnte sich der innere Schweinehund mal eigentlich nützlich machen :p

      Ich hoffe, du lässt dich nicht von deiner Unsicherheit komplett ins Bockshorn jagen :)♥ Bei mir persönlich schwankt ihr Einfluss auf mich ständig. Solche Sachen wie mit den Plagiatsfällen reißen mich dann schlagartig hinunter. Aus diesem Loch herauszuklettern ist nicht immer leicht.
      Daher sei nicht allzu streng mit dir, wenn du mal wieder Zweifel hast – die kommen immer wieder und ich glaube, die sollten auch niemals wirklich weg sein. Das ist wohl der Preis, wenn man sich auf kreative Dinge einlässt – aber grausamerweise oftmals das, was einen antreiben kann, sich zu verbessern.

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  4. Das mit dem Feedback ist natürlich richtig. Ich wollte auch gar nicht sagen, dass ich negatives Feedback als schlecht auffasse. Eher benötige ich es, damit ich fähig bin mich zu verbessern. Mir bringt es nichts, wenn alle nur sagen wie toll etwas ist, weil nichts ist von Anfang an perfekt. Erst wenn jemand anfängt und sagt was ihm vielleicht nicht so gefällt, kann man daran arbeiten, es noch besser zu machen. Außerdem zeigt es gleichzeitig noch die Ehrlichkeit der Menschen. Schließlich muss man auch mal negatives Feedback geben können, solange es gut begründet und nicht böse gemeint ist. Ein einfaches "Das ist total dumm" ist jedoch kein Feedback. Und ich glaube jeder in der Kreativbranche lebt von konstruktiver Kritik. Sowohl positiver als auch negativer.

    Ich versuche immer, dass mich meine Unsicherheit nicht zu sehr einnimmt. Sie ist da und lässt mich vorsichtiger handeln, aber ich versuche mich davon nicht runterziehen zu lassen. Früher war das noch anders, aber in den anderthalb Jahren in denen ich jetzt schon im Filmbereich arbeite, habe ich gelernt anders damit umzugehen.

    Ich wünsche dir, dass du dich auch nicht zu stark runterziehen lässt und einfach immer weitermachst. ♥

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    1. Und ich glaube jeder in der Kreativbranche lebt von konstruktiver Kritik. Sowohl positiver als auch negativer.
      Ich glaube, in dieser Branche wird das einfach nur schneller wichtig, als in anderen Bereichen des Lebens, wo man glaubt, sich vor soetwas flüchten zu können wie "Kritik" und "Konstruktivität". In kreativen Bereichen gehört es umungänglich dazu, wenngleich die Motive auch vielfältiger sind (ich denke da an Chefs, die ihren persönlichen Geschmack versuchen durchzusetzen und das als "konstruktive Kritik" tarnen und der Angestellte nicht wagt, die Kritik an sich zu kritisieren).

      Ich versuche immer, dass mich meine Unsicherheit nicht zu sehr einnimmt. Sie ist da und lässt mich vorsichtiger handeln, aber ich versuche mich davon nicht runterziehen zu lassen. Früher war das noch anders, aber in den anderthalb Jahren in denen ich jetzt schon im Filmbereich arbeite, habe ich gelernt anders damit umzugehen.
      Der ständige kreative Druck lässt einen eben doch reifen in der Hinsicht! Bzw. tut man das automatisch, wenn man nicht vorher aufgibt (musste ich leider auch schon miterleben, feine Menschen sind nämlich fast kaputt gegangen und haben sich gegen die Kreativbranche entschieden). Du hast also Kampfgeist entwickelt :D

      Ich wünsche dir, dass du dich auch nicht zu stark runterziehen lässt und einfach immer weitermachst. ♥
      Du Liebe, danke dir :)♥

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  5. Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Deswegen binde ich meine neueren Sachen nicht in meinen Blog mit ein. Und auch als ich meine alten Sachen gezeigt habe, hab ich mich mehrmals gefragt, wie viel von dem alten noch in dem neuen steckt, woran ich jetzt arbeite und inwieweit es meine neuen Dinge angreifbar machen könnte. Nicht zuletzt begleitet von der Frage, ob ich mich selbst irgendwie evtl. sogar offensichtlich irgendwo bedient habe und es noch gar nicht bemerkt habe. Ich könnte es jedenfalls nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, ganz gezielt Ideen anderer zu kopieren. Und staune dafür dann umso mehr, dass andere es wohl gut können.

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    1. Diese Unsicherheit ist furchtbar, nicht wahr? Aktuell habe ich sie trotz (wegen?) der aktuellen Geschehnisse gut überwinden können, aber früher oder später kommt sie zurück wie ein Bumerang :( Letztlich geht es aber wohl jedem mal so. Mit dem Unterschied, dass die Leute, die Dinge veröffentlichen, entweder dieses Gefühl größtenteils überwunden oder ihren Text geklaut haben, haha... Hm. Da blieb mir das ja gleich im Halse stecken...

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  6. Hallo Steffi,

    ich kann deine Angst vor dem Plagiert werden sehr, sehr gut nachvollziehen. Welcher Schriftsteller kennt sie nicht? Ich hatte sie bei meinem Erstlingswerk auch sehr stark und hab mich anfangs nicht getraut es herzuzeigen. War unheimlich vorsichtig, weil: Es ist ja mein Baby, mit meinem Herzblut geschrieben. Voll von ungewöhnlichen teils ein wenig kruden und liebenswerten Ideen, die die meinen waren und die ich so noch niergendswo gelesen hatte. Klar hatte ich auch Einflüsse und Inspirationen aus Werken anderer Autoren, die ich bewundere, aber es war (und ist) trotzdem mein Baby! Bis zur Veröffentlichung war ich sehr, sehr argwöhnisch. Fast schon ein wenig einem schitzophränen Verfolgungswahn erlegen. Ich hatte es auch ein paar Schriftstellerkollegen gezeigt, die sich - und das weiß ich - von meinem Buch inspirieren lassen haben. Damals wußte ich nicht so recht, was ich davon halten sollte, heute seh ich das alles ein wenig lockerer und nehme es vor allen als riesen Kompliment.

    Ich behaupte übrigens, das nicht alles schon einmal da war, sondern, daß man durchaus noch neue Dinge schaffen kann. Die Literatur ist noch lange nicht ausgereizt. Trotzalledem sind die Ideen - und das muß jeder für sich zugeben - die man selber hat, natürlich nur das, was man aus der Welt herraus verarbeitet hat.

    Übrigens:
    Mir gefällt, was und wie du schreibst, und ich würde deinem Blog gerne auf irgendeine Art und Weise folgen (keine Angst, nicht um zu plagiieren, ich mag nämlich keine Menschen, die sich so sehr mit fremden Federn schmücken), magst da noch irgendwas einbauen, um dies besser und komfortabeer möglich zu machen?

    LG,
    Bernd

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