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Schreibmusikliebe – Sphärisch

Beim Schreiben muss Musik her! Foto Wald © Alex Krivec / Hintergrundfoto © fieberherz.de
Foto im Foto © Ales Krivec

Lang, lang ist's her, da gab es den ersten Post zum Thema Musik auf FIEBERHERZ. Jetzt gibt es endlich den zweiten & ich will unbedingt zusehen, dass der nächste wiederum nicht nochmal so lange auf sich warten lässt.

Dieses Mal geht es um sphärische Musik – kein Gesang und alles eher so zwischen Klaviertonleitern, Störgeräuschwänden und Synthieteppichen (gut, dass ich nie Musikjournalistin geworden bin, gelle :p ?). Kurzum: Verrückt, episch, laut, wie auch leise, mal von hier, mal von ganz woanders. Am Ende des Posts gibt es wiederum alle Anspieltipps als Spotify-Playlist.






Rhian Sheehan | Stories from Elsewhere

Der aus Neuseeland stammende Sheehan hat zu recht schon mehrere Preise für seine Werke abgeräumt: Seine Musik ist sehr experimentell, aber das liebe ich so sehr an ihr. Trotz mancher schiefer Töne und minimal verrückten Arrangements verfällt man seiner Klangwelt sehr schnell. Er mischt unterschiedlichste Töne, neue, alte, laute, leise, nie ohne Dissonanzen, aber nie nicht berührend. Wünsche mir hier immer wieder meinen Plattenspieler zurück. Anspieltipp: La Boîte à Musique, Lullaby Machine


Biosphere | Substrata

Zugegeben: Man merkt diesem Album irgendwie an, dass es von 1997 ist. Geir Jenssen, der Mann hinter Biosphere, hat hier einfach derart häufig Synthiepartien und Samples aus der Serie Twin Peaks verwendet, dass man sich unweigerlich zurückversetzt fühlt. Bleibt man jedoch aufmerksam und begreift die Bilder, die hier erschaffen werden (windige Ebenen, menschenleere Strände, ächzendes Gehölz im Wald etc. pp.), ist dies unglaublich gute Ambient-Musik zum Schreiben, insbesondere für Stellen, die sehr character driven sind. Anspieltipp: Chukhung, Antennaria


Random Forest | Awakening

Dieses Album hat eine niedliche Gesamtspielzeit von 20 Minuten. Die Musik ist aber so entspannt, eingängig und harmonisch, dass man sie beruhigt auf Dauerschleife laufen lassen kann und wahrscheinlich erst nach ein paar Stunden merkt, dass man sich soundtechnisch im Kreise dreht (im positiven Sinne). Langsames Klavier, viel von weichen Elektroklängen: Nicht der Wow-Effekt, aber zuverlässig entspannend, immer wieder. Anspieltipp: First To Wake, Leaving Safe Places



Sigur Rós | Valtari

Sigur Rós selbst sagten über dieses Album mal, es sei eine "Lawine in slow motion" und ja, dem kann ich nur zustimmen. Man wird tatsächlich langsam überrollt und dann eingehüllt in eine zartglitzerige Welt, die ich mir aber auch ein bisschen dreckig, angekratzt und leicht farbverfälscht vorstelle wie alte Super-8-Filmaufnahmen. Im Übrigen hatten Sigur Rós dazu aufgerufen, Filme zu den Songs zu machen und Shia LaBeouf spielt in einer wunderschönen und ebenso verstörenden Interpretation von Fjögur píanó mit. Anspieltipp: Fjögur píanó (nein, nicht wegen Shia, I swear), Valtari


Helios | Eingya

Klavier trifft auf Gitarre, treffen auf Synthesizer-Klänge – damit haben  wir eigentlich schon die Zutatenliste fertig. Mit eines der melodischsten Werke in dieser Liste und auch die positivste Welt zum Eintauchen. Auch wenn hier auch meine heißgeliebten Dissonanzen ihren Auftritt finden, so ist dieses Album eher dazu da, um mit der Schöhnheit aller Dinge zu versöhnen, als zur Flucht vor aller Grausamkeit zu verleiten. Anspieltipp: Bless This Morning Year, Dragonfly Across An Ancient Sky


Valgeir Sigurðsson | Architecture of Loss

In diesem einzigartigen Album treffen zwei Welten aufeinander: Klassische und elektronische Sounds. Mit "Klassik" meine ich ausschließlich die Instrumente an sich, also Streicher und Klavier. Die wabern etwas träge (aber auch wunderbar tief und voll) durch die Tracks, kontrastiert von teils schneller gespielten, aber sehr sphärischen digitalen Versatzstücken. Sogar ein Aquafon kommt zum Einsatz, was ich so noch nie bewusst gehört/gesehen hatte vor Kennenlernen dieses Albums. Anspieltipp: The Crumbling, Guardian at the Door


Brian McBride | When the Detail Lost Its Freedom

Alles unter Wasser, mal tief unten in den dunkelsten Sphären, oder aber weit oben, knapp hinter der Wasseroberfläche und voll lebendigen Lichts – das ist der äußerst subjektive Eindruck von diesem Album. Hier wird gesampelt und gemixt, ohne den eingangs beschriebenen Anklang zu verlieren. Streich- und Zupfinstrumente finden sich hier immer mal wieder und spülen ganz unaufgeregte Bilder von Ruhe in den Kopf des Lauschenden. Anspieltipp: Silent Motels, The Stringer to Light Feed Frenzy







Ich hoffe, der ein oder andere Anspieltipp kann euch Inspiration zum Schreiben oder auch anderen Dingen sein. Habt ihr noch Bands oder Alben, die in den Bereich" Sphärisch" (ohne Gesang) passen könnten?

Kommentare

  1. Hallöchen,

    wow, was für ein toller Blogpost. Ich habe ehrlich gesagt noch nie sphärische Musik gehört, bin aber grade dabei, die ganzen Alben durchzuhören (es lebe Spotify!) und habe schon ein paar echte Schätze entdeckt. Vielen Dank für die Empfehlungen!

    Liebe Grüße,
    Myna

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    1. Hallo liebe Myna, ich freue mich, wenn für dich etwas dabei war ♥ Ich denke, richtige Musikprofis würden auch sicherlich über den Begriff "sphärisch" mit mir streiten wollen – der ist wirklich völlig subjektiv gewählt und keine wirkliche "Musikrichtung". Sowas wie "Ambient" dagegen schon eher!

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