"Liebster Award" von Katrin

2016/07/18
Liebster Award von Katrin // Grafik © fieberherz.de

Neue Fragen zum Liebsten Award, dieses Mal von Fantasyautorin Katrin Ils – lieben Dank für's Verleihen, es hat viel Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten! Wie auch sonst belasse ich es bei der Beantwortung und lasse das Taggen weg, bitte habt ein Nachsehen mit mir :)



Gibt es ein Tier, vor dem du dich fürchtest und warum?

Es gibt kein Tier, das ich generell fürchte. Ich habe gesunden Respekt vor jedem Lebewesen, Angst aber nicht. Ich erschrecke mich sicherlich kurz vor einer „Springspinne“, die an mir vorbei zischt oder einem Hund, der aus heiterem Himmel bellt, aber das passiert mir auch mit Menschen, ohne dass ich den Menschen selbst/persönlich fürchte, der mich einfach erschrocken hat, einfach weil er so plötzlich um die Ecke kam.



Welcher deiner Charaktere macht dir am meisten Spaß zu schreiben und warum?

Zur Zeit stecke ich im zweiten Teil des Buches (Arbeitstitel „Buch der Toten“), der nicht gerade spaßig, stattdessen eher traurig ist. Daher blicke ich für diese Frage also auf den Teil davor, wo es mir besonders Spaß gemacht hat, Lumnie zu schreiben. Sie ist ungefähr 15 Jahre alt, auf der Straße aufgewachsen und lebt/arbeitet bei Erin und deren Lehrherren Kazuo. Sie kann sehr frech und emotional sein, aber auch reflektierter als die Erwachsenen. Erin und sie haben dabei immer wieder Momente, in denen sie sich gegenseitig liebevoll ärgern und hier macht es am meisten Spaß, Lumnie zu schreiben. Mit Erin und Kazuo kann sie auch mal zickig sein, aber ebenso zusammen mit allen lachen, eben ungestraft ganz sie selbst sein. In diesen Momenten des Schreibens muss ich selber viel lächeln, über ihr Glück, das sie nicht ganz begreift, aber auch nicht begreifen muss.


Was würde dich dazu bringen, ein Buch vor Wut gegen die Wand zu werfen?

Anreihungen unnötiger Sex- und Gewaltszenen, die nicht sichtbar einer Charakterisierung dienen und scheinbar nur pornografischen „Nutzen“ haben, regen mich ungeheuer auf. Eine unter Umstände gelungene Grundidee wird hier in meinen Augen zerstört – dabei habe ich wegen eben dieser, angeregt durch Klappentext, doch angefangen zu lesen. Ich quäle mich dann ein paar Szenen (man möchte sich ja nicht später vorwerfen müssen, verfrüht geurteilt zu haben), ehe ich nur noch wütend und enttäuscht aufgebe. Auch vorgekommen ist so etwas bei Büchern, die zu 90% vollkommen in Ordnung waren, aber am Ende plötzlich ganz plump deus ex machina „blitzzelebrieren“ und den ganzen vorherigen Weg der Figuren als völlig nutzlos dastehen lassen – am besten noch gepaart mit einer urplötzlichen Liebes“geschichte“, die sich innerhalb von wenigen Seiten entfaltet und ein happy end begründen soll.


In welches Land möchtest du unbedingt einmal reisen?

Ich möchte so viel sehen, da fällt es mir schwer, mich jetzt ad hoc zu entscheiden. Die Frage zwingt mich aber nun dazu, also nenne ich mal meinen „Klassiker“, weil ich fast dort für ein Jahr gelebt hätte: Irland. Seit ich denken kann zieht es mich dahin, funktioniert hat es aber nie. Stattdessen habe ich tolle Länder wie Frankreich, England, Belgien, Amerika und Kanada gesehen – der Urtraum von Wanderungen entlang von Klippen und durch grüne Hügel, sowie lebendigen Nächten in Städten wie Dublin und so weiter ist zur Zeit eben nur Kopfkino. Noch.


Das Abenteuerlichste, das du bis jetzt gegessen hast?

Bei Essen bin ich sehr vorsichtig, daher beschränkt sich mein heftigstes kulinarisches Abenteuer lediglich auf die beidseitig schwarzen Fischstäbchen, die mein Vater mal zuwege gebracht hatte, als meine Mutter wegen einer Fortbildung nicht Zuhause war. Keiner wollte den Koch für seine Mühen enttäuschen und mein Bruder und ich aßen alles tapfer auf. Ähnlich katastrophal verlief mein erster Versuch, Nudel zu kochen (der Klassiker: Nudeln in kaltes Wasser geschmissen). Das war eine so verrückte Pampe und doch haben wir versucht, es hinunter zu bekommen. Das war übrigens vor dem Fischstäbchenvorfall. Man weiß nun also, woher diese Opferbereitschaft kommt, nur um den anderen nicht zu verletzen...



Du hast bei deiner Wiedergeburt die Auswahl zwischen Ameisenbär oder Krake. Wofür entscheidest du dich?

Da ich ein eher problematisches Verhältnis zu den Tiefen des Meeres habe (ich blicke lieber von Küsten/Stränden auf die Weite der See; Schifffahrten zwingen mich grundsätzlich unter Deck, wo ich versuche, die Fahrt zu verschlafen, ohne mich ständig übergeben zu müssen), wähle ich nun den Ameisenbären. Trotz seines ungewöhnlichen Äußeren erscheint er mir ein fellig-niedliches Tierchen zu sein, das ist mir ohnehin sympathischer als eine glitschige Krake.


Bücher im Regal nach Farben sortieren – yay oder nay?

Farblich sortiert sieht ein Bücherregal unbestritten hübsch aus für stilvolle Fotos, für mich selbst ist das aber nicht praktikabel. Ich sortiere Bücher schon immer nach Genre und in sich dann nach Autor. Da ich gerne in Büchern, die mir besonders gut gefallen habe, auch mal Zitate nachschlage, kann ich so schneller darauf zugreifen. Da ich Hardcover grundsätzlich ohne Schutzumschlag lese und hier die Farbgebung stark voneinander abweichen kann (z.B. gelbes Hardcover, blauer Umschlag), käme ich anders wohl auch sonst zu sehr durcheinander. Sinn machen würde das für mich nur bei Büchern, die ich kaum zur Hand nehme und das ist bei meinen einfach nicht der Fall.



Hattest du als Kind ein Poesiealbum/Freundschaftsbuch?

Oh ja! Im Gegensatz zu meiner Mutter und Großmutter zwar kein sehr hübsches Exemplar (von allen, die es gab, habe ich eben ein recht kitschiges von „König der Löwen“ besessen), aber geliebt habe ich es trotzdem. Wo es vorher Stickeralben waren, die meinen Sammlerehrgeiz geweckt haben, war es das Poesiealbum, das ich rund zwei Jahre sehr fleißig bestücken ließ mit Sprüchen, Zeichnungen und Klebebildern. Die klassischen Poesiebilder waren da leider schon ziemlich out, sodass hauptsächlich Sticker darin herumschwirren. Für diesen Post habe ich darin nochmal geblättert und puh – ich habe neben Klassenkameraden ernsthaft alle meine Lehrer der vierten und fünften Klasse reinschreiben lassen. Weiß nicht so ganz, was ich davon halten soll...


© Pottermore/Warner Bros.

In welchem Hogwarts-Haus wärst du gerne und warum?

Vermutlich gibt es da kein „gerne“ – bei allen erdenklichen Tests kommt bei mir immer Gryffindor heraus und damit kann ich hervorragend leben, auch wenn dort anfangs jeder hinwollte (und ich es zu Beginn spannender gefunden hätte, aus diesem Grund dort nicht zu sein). Letztlich sind mir Dinge wie Gerechtigkeitssinn, Mut zu Wagnissen, Ehrlichkeit wichtig. Mit diesen Eigenschaften kann man zwar genauso gut anecken (Mut zur Ehrlichkeit geht eben nicht immer mit Diplomatie einher, das nur mal als Beispiel), aber das ist mir wesentlich lieber, als mir Ignoranz und Passivität vorwerfen zu müssen.


Schokolade oder Kaffee – auf welches könntest du eher verzichten?

Kaffee konsumiere ich, Schokolade genieße ich. Kaffee ist für mich selten so ein Genussmoment, wie ich ihn bei Schokolade meistens erlebe. „Konsum“ ist für mich letztlich behaftet mit Begriffen wie „Maßlosigkeit“ und „Reflexionsmangel“ – so etwas einschränken zu können, erscheint mir nicht verkehrt (und nein, ich behaupte nicht, dass ich jemand bin, dem das immer gelingt).

 

Welches Klischee liest du gerne?

Mein guilty pleasure sind starke Protagonistinnen (mittlerweile erscheint mir das nämlich ein Klischee, aber für mich ist es ein positives, denn wir brauchen es immer noch), das war auch irgendwie selten anders. Sie müssen nicht einmal unbedingt total „stark“ sein, aber zumindest eine signifikante Entwicklung durchmachen, vorgegebene Bahnen verlassen und so inspirieren, sein eigenes Leben mehr in die Hand zu nehmen. Zwar bin ich in einer Zeit groß geworden, in der die Selbstbestimmtheit der Frau zumindest hierzulande völlig normal ist und auch respektiert wird – doch wird es oft noch belächelt und dieses Belächeln gerne geleugnet. Dabei sind starke Frauenfiguren für mich der Schlüssel zu einem wirklich akzeptiert selbstbestimmten Leben aller, unabhängig davon, ob man Mann oder Frau ist (ich verweise auf die UN-Rede von Emma Watson, die das in sehr klaren, verständlichen Worten sehr gut erklärt, dass auch Männer sich häufiger als man denkt in die Abhängigkeit von Geschlechterrollen bringen und somit ihre eigene Entfaltung einschränken).
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