Metagraph #1

Metagraph #1

Einen Rückblick habe ich wohl schon seit Jahren nicht mehr gemacht, aber jetzt gerade fühlt es sich an, als wäre das gut. Zu rekapitulieren, hauptsächlich in Bildern. Früher habe ich analog fotografiert, mit meiner Holga, Minolta und Polaroid, aber ich stehe gerade nicht da, wo ich mir das leisten kann. Also via App auf meinem Smartphone, die ebenso zufällige Effekte kreiert, wie ein alter, abgelaufener Film. Vorgenommen habe ich mir, weniger zu komponieren, mehr festzuhalten wie es ist, war.  Dokumentieren ist nicht einfach, wenn man 24/7 ästhetisiert mit ISO, Blende und Verschlusszeit. Hier also nun mein große alte Liebe der Schnappschüsse, auch wenn es mich Überwindung kostete.


Für einen Monat war ich Catsitterin, was mich ungeheuer freut, weil ich Katzen liebe, aber keine halten darf – hinsichtlich Mietvertrag, Finanzen und artgerechter Haltung. Gleichzeitig hatte ich die Möglichkeit, mich ein bisschen lossagen zu können von den vielen Dingen, die mich ablenken in meiner eigenen Wohnung, all das, was man schon immer mal erledigen wollte und sollte. Stattdessen habe ich mich konzentriert auf das Schreiben an meinem Roman Die Asche des Prinzen, Yoga, Meditation und bewusster Ernährung. Und ich muss sagen, dass es gut funktioniert hat. Nicht immer, aber kontinuierlicher. Ich fühle mich geerdeter, weil ich Gewohnheiten aufbauen konnte.


Es gab viel „mehr“, auf vielerlei Hinsicht. Mehr Kontakte, mehr Bewegung, mehr Bücher. Das schreibe ich besonders meiner Social Media-Pause zu, nicht bloß dem temporären Wohnungswechsel zum Aufpassen auf die Katerle. Ich habe lange keine Bücher mehr zum bloßen Vergnügen gelesen, im Prinzip nur Fachliteratur für die Uni. Jetzt aber konnte ich Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen: oder Anregung zu Achtsamkeit von Frank Berzbach beenden und mit Reasons to Stay Alive von Matt Haig fast komplett durchkommen. Beim Lesen habe ich mir verboten, Markierungen zu machen. Einfach so, zum Lesen, nicht zum Bewerten. Das fiel mir nicht leicht, aber es ging. Ich möchte die Bücher noch einmal lesen, dann markiere ich auch. Denn viel zu viel zerdenke, bewerte, katalogisiere ich tagtäglich.
Ein Kurzbesuch bei meinen Eltern auf dem Land hat auch gut getan, das Laufen mit dem Hund, die Weite, die Natur. Ich kann dessen nie müde werden, aber da muss ich sagen: Ich meine Tiere, die Natur. Menschen ermüden mich gerade, meine eigenen Gedankenspiralen tun es auch. Mehr Fokussierung auf anderes tat gut.


Zwischendurch Uni und Arbeit, beides anstrengend, aber nicht mehr so belastend wie sonst. Den Raum zum Stehenbleiben konnte ich mir bewahren, für das Dokumentieren, für die Sendepause im Kopf. Das werte ich als gutes Zeichen. Anders lassen sich auch wohl gerade manche Umbrüche auf der Arbeit nicht aushalten. Da tut sich soviel, ich habe viele liebe Kollegen verloren an die Schrumpfung unseres Teams. Da zeigen sich Seiten, positiv, negativ, die man vorher an anderen nicht kannte.

Zwei Dinge waren sehr „neu“: bewusste Ernährung und das Spielen auf der PS4 (in meinem Falle Dishonoured 2). Immer ein bisschen alles, nicht übertrieben, schließlich sollte die Arbeit am Roman im Fokus stehen. Den zu beenden im pride month Juni wäre grandios gewesen, aber das ist etwas, das nicht geklappt hat. Aber es ist nicht aufgehoben und es wird weiter daran gearbeitet.

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