#writeinktober, the story so far

#writeinktober, the story so far

Jeden Tag (und das 31 Tage am Stück) ein Gedicht schreiben – kann ich das überhaupt? Nach 17 Tagen kann ich sagen: Jein. Aber ähnlich wie bei Challenges wie dem #NaNoWriMo, arrangiere ich mich irgendwie doch. Und heute, an Tag 17, wo 17 Gedichte stehen, möchte ich ein bisschen zurückblicken (und auch nach vorne).

Beim #writeinktober, eben dieser Challenge, mache ich nun zum ersten Mal mit. Es handelt sich um eine Abwandlung des klassischen #inktobers, bei dem ursprünglich KünstlerInnen 31 Tage lang jeden Tag etwas malen/zeichnen (nun wird aber abgewandelt geschrieben). Entweder man hangelt sich dabei an einer Themenliste entlang (auch Prompt-Liste genannt) oder arbeitet frei. Die Herausforderung besteht allgemein (so mein Verständnis) darin, eben jeden Tag etwas abzuliefern und sich ein bisschen vom blockierenden Perfektionismus zu lösen. Im Prinzip dem bereits erwähnten #NaNoWriMo in seinen Grundzügen eben nicht ganz unähnlich ;)
Als Themenliste dient mir das von der lieben Esther entworfene Tarot of Magic, das sie gerade entwickelt. Speziell für die Challenge hat sie den Oktobertagen zufällige Karten zugeordnet, die bestimmte, aber eben in Summe doch einige Bedeutungen haben können (die Liste findet ihr hier). Dabei habe ich mich für Lyrik entschieden, da ich ja ohnehin ein Gedichtheft plane und obwohl es so gut wie fertig ist, ich gerne nochmal mehr Material hätte.

Quantität

Wie bei jeder Challenge geht es um viel in kurzer Zeit. Gerade in Sachen Lyrik fällt mir das ungeheuer schwer, denn ich „verdichte“, was ich erlebe. Ultimativ alles hat, im Gegensatz zu meinen Kurzgeschichten und Romanen, quasi zu fast 100% mit mir zu tun. In der Stimmung zu sein, aus einer Wahrnehmung etwas Lyrisches zu bauen, bin ich aber nicht immer, manchmal wochen- oder monatelang nicht. Zur Zeit hat sich zu meiner Überraschung herauskristallisiert, dass ich nicht jeden Tag schreibe, aber dafür an manchen Tagen verteilt mehrere Gedichte. Ich bin etwas „geschäftiger“ dran, suche mir zur Not bildtechnische Inspiration z.B. auf Pinterest.

Qualität in Bruchstücken

Ähnlich wie andere DichterInnen, z.B. Rose Ausländer, arbeite ich oft fragmenthaft. Wenn mir die Summe von lyrischen Teilen nicht gefällt, seziere ich, baue aus, setze dort ein, wo es sich richtiger anfühlt. Bei dieser Challenge habe ich zwar das Gefühl, eine für mich überraschend große Stückzahl gut funktionierender „Summen“ zuwege gebracht zu haben, aber letztlich bleibt alles immer fließend, unbeendet oder sogar noch zu „operieren“. Wenn euch also irgendwann mal Gedichte von mir begegnen, die ihr meint, in Teilen schon einmal gelesen zu haben, ist das sogar wahrscheinlich keine Täuschung!

Werkzeug

In der Regel arbeite ich mit Google Keep, um auf Laptop, PC oder Smartphone Versatzstücke schnell notieren und von überall abrufen zu können. Sicherlich würden aber auch Apps wie Evernote oder OneNote das ebenso leisten können. Allerdings habe ich bei mir in OneNote immer wieder Synchronisationsprobleme und habe dort auch eher Roman-Notizen untergebracht. Google Keep ist mein simples Tool zum „Runterkritzeln“. Alle (vorerst) finalen Versionen der Gedichte, wie ich sie auf Instagram in meinen Stories veröffentliche, sammle ich aber noch in einer extra Datei mit einer Tabelle, die die Prompt-Liste enthält, um schnell Doppelungen prüfen zu können. Nicht hübsch, aber praktisch!

Gestaltung als zweite Challenge

Ursprünglich wollte ich das Posten der Arbeiten ganz, ganz einfach halten, unter Berücksichtigung meiner Vorliebe für funktionierende Serialität. Da ich aber das Gedichtheft auch selbst gestalten werde, dachte ich, wäre es eine gute Übung, jedes Gedicht auch grafisch zu interpretieren. In diesem Fall habe ich in einem Layout gearbeitet, das an den Ursprung der Prompt-Liste, nämlich Tarotkarten, erinnern soll. Bilder finde ich in meinem eigenen Archiv oder auf Unsplash. Auch wenn es natürlich nur um das Schreiben gehen sollte, kann ich eine gestalterische Auseinandersetzung mit eigenen Texten nur empfehlen – gerade bei lyrischen Arbeiten. Es schärft bei mir zumindest das Schreiben und eröffnet mir zugleich neue Dimensionen, die mich (auch als Urheber des Textes) überraschen und auch zu Anpassungen inspirieren können.

Nun geht’s auf zu den letzten 14 Tagen von #writeinktober und ich bin unglaublich gespannt, was da noch kommt. Meine Updates seht ihr alle paar Tage in meinen Stories auf Instagram (die Challenge ist dauerhaft als Highlight gespeichert, sodass ihr alles bislang entstandene dort nachlesen könnt), parallel teile ich ein Update auch auf meinem Twitter-Kanal mit. Im November oder Dezember wird es alle entstanden Gedichte bzw. „Karten“ (wie oben als Bild zu sehen) auch zum „Materialkostenpreis“ im Format von ca. 16x8cm auf Papier von 160gr gedruckt zu erwerben geben. Da werde ich aber auch nochmal hier auf dem Blog, auf Insta und Twitter Bescheid geben.

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